„10 Milliarden Bakterien!“ oder „20 Stämme für maximale Power!“ – solche Aussagen klingen beeindruckend. Doch bei probiotischen Produkten zählt nicht, was auf den ersten Blick vielleicht gut erscheint. Entscheidend ist, ob die enthaltenen Bakterien lebend im Darm ankommen, ob sie sinnvoll kombiniert wurden und ob ihre Wirkung wissenschaftlich geprüft ist.
Der Markt für probiotische Produkte wächst rasant. Gleichzeitig werden immer mehr Präparate angeboten, die mit großen Versprechen werben. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist dabei oft schwer zu erkennen, worauf es wirklich ankommt. Denn ein hochwertiges Produkt lässt sich nicht allein an der Zahl der enthaltenen Bakterien oder an einer möglichst langen Liste verschiedener Stämme erkennen. Viel wichtiger ist, ob die Bakterien gezielt ausgewählt, wissenschaftlich geprüft und optimal kombiniert wurden.
Warum die Einnahmeform so wichtig ist
Damit die „guten“ Bakterien ihre Aufgabe erfüllen können, müssen sie den Darm lebend erreichen. Genau hier liegt die größte Herausforderung: Auf dem Weg dorthin müssen sie zunächst die Magensäure passieren. Bei hochwertigen Pulverpräparaten finden sich neben den gefriergetrockneten Bakterien natürliche präbiotische Substanzen und aktivierende Bestandteile im Beutel. Wird das Pulver vor der Einnahme in Wasser eingerührt, beginnen die Bakterien wieder aktiv zu werden. Gleichzeitig stehen ihnen die präbiotischen Inhaltsstoffe als Nahrung zur Verfügung, wodurch sie „gestärkt“ und deutlich widerstandsfähiger werden. Wie die Forschung zeigt, ist diese Aktivierung in einer Nährlösung die zuverlässige Methode, damit mehr als 90 Prozent der probiotischen Bakterien die Passage durch die Magensäure lebend überstehen. Anders verhält es sich bei Kapseln: Sie öffnen sich erst im Magen. Die Bakterien nehmen dort die erstbeste Flüssigkeit auf, um wieder lebensfähig zu werden: Magensäure. Das überlebt nur ein Bruchteil der ursprünglich in der Kapsel enthaltenen Bakterien.
Nicht möglichst viele, sondern die richtigen Stämme
Auch bei der Zusammensetzung gilt: Viel hilft nicht automatisch viel. Manche Produkte werben mit möglichst vielen Bakterienarten. Doch nicht alle Stämme vertragen sich. Sie können um dieselben Nährstoffe konkurrieren oder sich gegenseitig behindern. Deshalb sind gezielt abgestimmte Bakterienkombinationen wichtiger als eine möglichst hohe Anzahl unterschiedlicher Arten. Menschen brauchen nicht einfach möglichst viele Bakterienarten, sondern jene, die für eine bestimmte Problemstellung auf wissenschaftlicher Basis ausgewählt und sinnvoll miteinander kombiniert wurden.
Studien zur tatsächlichen Kombination
Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die wissenschaftliche Prüfung. Dabei reicht es nicht aus, wenn nur einzelne Bakterienstämme des Probiotikums untersucht wurden. Aussagekräftig sind Studien mit genau jener Bakterienkombination, die auch im Produkt enthalten ist. Denn das Zusammenspiel verschiedener Stämme kann die Wirkung maßgeblich beeinflussen.
Darauf sollten Sie achten
Fest steht: Nicht die größte Zahl auf der Verpackung entscheidet über die Qualität. Wichtiger sind Bakterien, die die Magenpassage überleben, wissenschaftlich aufeinander abgestimmte Stämme und Studien zur tatsächlichen Bakterienkombination. Wer darauf achtet, schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass die guten Bakterien dort ankommen, wo sie gebraucht werden: im Darm. Tipp: Lassen Sie sich umfassend und kompetent in Ihrer Guten-Tag-Apotheke beraten.
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