Dienstag, 27. Oktober

Hämorrhoiden

Ein Tabuthema, das viele betrifft 

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Laut Bundesministerium für Gesundheit bekommt schätzungsweise mehr als die Hälfte aller Erwachsenen im Laufe des Lebens Beschwerden mit den Hämorrhoiden. Etwa vier von 100 Erwachsenen lassen sich hierzulande jährlich wegen entsprechender Probleme ärztlich behandeln. 

Wenn der Druck zu groß wird 

Warum sich Hämorrhoiden vergrößern, lässt sich nicht immer eindeutig erklären. Fest steht jedoch: Alles, was den Druck im Enddarm erhöht, kann ein Hämorrhoidalleiden begünstigen. Als wichtigster Risikofaktor gilt starkes Pressen beim Stuhlgang, etwa bei Verstopfung. Aber auch langes Sitzen auf der Toilette, eine ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht spielen eine Rolle. Während der Schwangerschaft erhöht das Gewicht des Kindes den Druck im Becken, weshalb viele Frauen in dieser Zeit erstmals Beschwerden entwickeln. Mit zunehmendem Alter verliert außerdem das Bindegewebe an Festigkeit. Dadurch kann das Gefäßpolster leichter Probleme verursachen. 

Mehr als nur Juckreiz 

Anfangs bleiben vergrößerte Hämorrhoiden oft unbemerkt. Mit der Zeit können sie jedoch unangenehme Beschwerden verursachen. Typisch sind hellrote Blutspuren auf dem Toilettenpapier oder dem Stuhl, Juckreiz, Brennen, Nässen oder das Gefühl, den Darm nicht vollständig entleeren zu können. Manche Betroffene tasten kleine Vorwölbungen am After. Schmerzen gehören dagegen nicht zu den klassischen Symptomen. Treten sie dennoch auf, steckt häufig eine zusätzliche Entzündung oder eine andere Erkrankung dahinter. Blutungen oder starke Schmerzen sollten deshalb immer ärztlich abgeklärt werden. 

Was Sie selbst tun können 

Gerade in frühen Stadien eines Hämorrhoidalleidens lässt sich mit ein paar einfachen Maßnahmen oft einiges erreichen. Das wichtigste Ziel ist es, den Stuhl weich zu halten und starkes Pressen zu vermeiden. Eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten sowie ausreichend Flüssigkeit (ca. 1,5 bis zwei Liter Wasser, Früchte- und Kräutertees oder dünne Saftschorlen täglich) fördern eine geregelte Verdauung. Regelmäßige Bewegung bringt den Darm zusätzlich in Schwung. Gehen Sie außerdem zur Toilette, sobald sich Stuhldrang bemerkbar macht, und vermeiden Sie es, längere Zeit auf der Toilette sitzen zu bleiben. Das stille Örtchen ist kein Lese- oder Handyplatz: Wer dort länger sitzen bleibt als nötig, belastet das Hämorrhoidalpolster unnötig. 

Was Apotheker und Arzt tun können 

In der Apotheke stehen Salben, Cremes, Zäpfchen oder Analtampons zur Verfügung, die Juckreiz, Brennen und Schmerzen lindern können. Lassen Sie sich in Ihrer Guten-Tag-Apotheke beraten, welches Präparat für Ihre Beschwerden am besten geeignet ist, und wenden Sie es wie empfohlen an. So lassen sich die Symptome häufig deutlich lindern und die Beschwerden gut in den Griff bekommen. Die eigentliche Ursache – das vergrößerte Hämorrhoidalpolster – können diese Medikamente allerdings nicht beseitigen. Sorgen diese Maßnahmen nicht für eine zufriedenstellende Linderung des Hämorrhoidalleidens, stehen verschiedene ärztliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Kleine Hämorrhoiden können verödet werden. Ebenfalls häufig kommt die sogenannte Gummibandligatur zum Einsatz: Dabei wird die Hämorrhoide mit einem kleinen Gummiring abgeschnürt, sodass sie nach einigen Tagen abstirbt und abgestoßen wird. Erst bei stark vergrößerten Hämorrhoiden oder ausgeprägten Beschwerden ist eine Operation erforderlich. Welche Behandlung infrage kommt, richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.

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