Mittwoch, 30. November

Komm, spiel mit mir!

Warum Spielen für Kinder so wichtig ist

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Sie wollen Ihr Kind optimal fördern, ihm gute Chancen in der Schule und später im Berufsleben ermöglichen? Dann lassen Sie es spielen! So oft und so lange wie möglich. Das, was Kinder von Natur aus am liebsten machen, fördert ihre Entwicklung nämlich auch am besten.

Spielen ist gut fürs Gehirn und verringert Stress

„Spielen ist ein zentraler Bestandteil einer gesunden kindlichen Entwicklung und wichtig für die entsprechende Hirnreifung“, erklärt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Amerikanische Kollegen der American Academy of Pediatrics (AAP) können diese Aussage mit wissenschaftlichen Belegen unterstützen. Deren Untersuchungen haben gezeigt, dass Spielen die Sprach- und Rechenkompetenz sowie die Fähigkeit, Probleme zu lösen, deutlich verbessert. Auch soziale Fähigkeiten sowie Kreativität und Fantasie werden gefördert, Stress dagegen verringert.

Spielen fördert

Die AAP hat weltweit zum Thema Spielen und Kinder geforscht. Mit verblüffenden Ergebnissen: Es gibt Länder, in denen wird kleineren Kindern traditionell mehr Zeit zum freien Spielen eingeräumt. Dort beobachtete die AAP, dass Kinder später größere akademische Erfolg erzielen.

So profitieren Eltern davon 

Wer zusammen spielt, verbringt gemeinsam Zeit – allein das fördert schon die Bindung zwischen Eltern und Kind. Und das gemeinsame Erleben positiver Momente stärkt die Beziehung weiter. Nebenbei lernen Kinder vor allem bei Karten- und Brettspielen, sich an Regeln zu halten. Bereits bei Säuglingen beginnt das Spielen: mit Augenkontakt, dem „Kuck-Kuck“ spielen. Doch es ist auch wichtig, Kinder allein und völlig frei von Regeln spielen zu lassen (vorausgesetzt es besteht keine Verletzungsgefahr). Den Spielplatz zum Beispiel sollte man als Erwachsener tatsächlich den Kindern überlassen und zwar anwesend sein, sich aber möglichst raushalten. So lernen Kinder, sich selbst auszuprobieren und besser einzuschätzen. Nebenbei gibt es ihnen Gelegenheit, Kontakt zu anderen aufzunehmen und Freundschaften zu knüpfen.

Doch was ist Spielen überhaupt?

Eine Definition lautet: „Das aktive Ausüben einer freiwilligen Tätigkeit zum Spaß.“ Aber beim Spielen geht es vor allem für Kinder um viel mehr als um Spaß – es wird ausprobiert, experimentiert, Kräfte und Geschicklichkeit gemessen, es werden Grenzen ausgelotet und physikalische Gesetze entdeckt. Durch Rollenspiele probieren Kinder auch andere Charakterzüge und Sprachen aus. Mit anderen Worten: Spielen macht schlau, stark, geschickt, sozial und Spaß.

Vorsicht bei Bildschirm-Spielen 

Fernsehen, Videospiele, Smartphones und Tablets gelten nicht als „echte“ Spiele – da sind sich die Experten einig. Gründe sind unter anderem die Vorgaben, die diese Unterhaltungen geben und die der Fantasie kaum Raum lassen. Dazu nutzen Kinder vor dem Bildschirm fast ausschließlich Auge-Hand-Koordinationen – alle anderen Sinne und Körperteile werden nicht angesprochen. Das mindert Entstehung von Synapsen-Verbindungen im Gehirn, die beim herkömmlichen Spiel so positiv angeregt wird. Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Mitglied des Expertengremiums des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), appelliert daher an die Eltern, die Medienzeit ihrer Kinder zu begrenzen und stattdessen echtes Spielen zu fördern.

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