Montag, 20. Mai

Füße lieben Abwechslung

Die richtigen Schuhe beugen Fußproblemen vor

©PixieMe/stock.adobe.com

Orthopäden schlagen Alarm. Von Blasen bis hin zu Schiefzehen oder Nervenschmerzen: Nahezu alle Fußprobleme werden durch falsche Schuhe verursacht. Wie das ideale „Laufwerkzeug“ aussieht und weshalb Füße Abwechslung lieben, erläutert jetzt Dr. Thomas Schneider, leitender Orthopäde und Fußchirurg an der Gelenkklinik in Gundelfingen.

Füße haben kaum Bewegungsraum

Ohne unsere Füße ginge nichts. Im Laufe unseres Lebens führen sie uns durchschnittlich viermal um die Erde, haben Wissenschaftler errechnet. Doch so richtig gut geht es unseren Füßen nur selten: Ob im Büro oder in der Freizeit, stundenlang eingepfercht in hohen Stöckelschuhen, engen Slippern oder Sport-Schuhen, bleibt ihnen meist nur wenig Bewegungsspielraum. „Werden die Zehen gestaucht, so erschlaffen die kurzen Fußmuskeln und Bänder des Vorfußes und ein Spreizfuß droht“, warnt Dr. Thomas Schneider. „Nicht selten sind ernsthafte Gesundheitsprobleme wie Hallux valgus (Schiefzehen) sowie Nervenschmerzen im Fuß (Morton Neurom) die Folge.“

Autsch – die falschen Schuhe

Doch nicht nur zu kleine Schuhe machen den Füßen das Leben zur Hölle. Sind diese zu groß, hat der Fuß keinen Halt beim Abrollen und rutscht im Schuh hin und her. Verletzungen und orthopädische Fehlbildungen folgen buchstäblich auf den Schritt.

Zu wenig Bewegungsfreiheit disqualifiziert auch dicke, starre und spitz zulaufende Schuhe. Weil der Vorfuß zu wenig Raum hat, erschlafft das vordere Fußgewölbe (Quergewölbe). Nicht minder problematisch sind hohe Absätze, also etwa High Heels. Neben der Gefahr des Umknickens drohen bei dauerhaftem Tragen verkürzte Muskeln und Schmerzen. Doch wie sieht er aus, der ideale Schuh?

Der ideale Schuh führt den Fuß

„Der ideale Schuh lässt den Zehen genügend Spielraum, gibt ihm aber trotzdem Führung und umschließt die Ferse perfekt“, erläutert Dr. Schneider.

Als Faustformel gilt: Vor den Zehen sollte noch etwa ein daumenbreit Platz sein. Achten sollte man zudem auf flache und flexible Schuhsohlen. „Sie erlauben ein natürliches Abrollen beim Gehen und leiten Informationen vom Untergrund durchgehend an den Fuß weiter.“ Der praktische Vorteil: „Die vielen `intrinsischen´ Muskeln, die das Fußgewölbe aufrecht halten, werden trainiert und gezwungen, aktiv zu bleiben“, betont der Fuß-Spezialist. Ein stabiler Fersenschaft und eine griffige, rutschfeste Sohle sorgen zudem für den richtigen Halt beim Laufen.

Füße lieben Abwechslung!

Doch nicht nur passendes Schuhwerk ist gefragt. Füße lieben Abwechslung! Experten empfehlen einen häufigen Wechsel von unterschiedlichen Modellen mit unterschiedlichen Absätzen. „Dadurch lässt sich der einseitigen Belastung von Bändern, Knochen und Muskeln entgegenwirken“, so Dr. Schneider. Zudem bleibt den Schuhen Zeit zum Lüften. Selbst hochhackige Schuhe sind erlaubt – ab und zu und natürlich nicht für Kilometermärsche. Auch beim Material der Schuh sollte man wählerisch sein.

Schuhe – Naturmaterialien bevorzugen

Schuhe aus Kunstleder und PVC fördern gegebenenfalls durch das Schwitzen der Füße und die gestaute Wärme Hautpilze und weitere Krankheitserreger. Deshalb besser Schuhe aus Leder, Baumwolle oder anderen natürlichen Stoffen bevorzugen.

Und noch ein bewährter Experten- Tipp: Kaufen Sie am besten spät nachmittags oder abends Ihre Schuhe. Denn über den Tag schwellen die Füße etwas an. Und bitte alle paar Jahre im Fachgeschäft die Füße ausmessen lassen. Denn auch bei Erwachsenen verändern diese sich mit der Zeit.

So läuft es rund im Sommer

Flipflops sollten im Sommer nicht gang und gäbe sein. Denn diese bieten dem Fuß keinen sichern Halt und verleiten zu intensivem Krallen mit den Zehen. Ein natürliches Abrollen ist dadurch unmöglich. Auch weiter vom Vorfuß entfernte Gelenke können unter der unnatürlichen Abrollbewegung leiden. Mögliche Folgen sind Hüft-, Rücken- und Kniebeschwerden. Das Gangbild verändert sich insgesamt. „Auf jeden Fall darauf achten, dass sie zum Fuß passen und die Zehen nicht vorne hinausragen“, rät der Experte.

Eine bessere Alternative sind Sandalen mit Fußbett. Diese geben den Füßen mehr Halt. Zudem fördern sie die natürliche Abrollbewegung und damit auch insgesamt einen natürlichen Bewegungsablauf.

Das tut strapazierten Füßen gut

Hier kommen einfache Übungen und Tipps, wie Sie Ihren Füßen schnell Gutes tun können.

1. Passgerechte Schuhe sind Basis für gesunde Füße.

2. Regelmäßige Gymnastik verbessert nicht nur die Beweglichkeit der Füße, sondern auch deren Durchblutung. Deshalb sollte man täglich ein paar Minuten die Füße kreisen lassen und die Zehen krallen und strecken.

3. Eine gute praktische Übung bietet das Zusammenknüllen von Zeitungspapier mit den Füßen.

4. Als wahre Wohltat empfinden Füße auch das Barfußlaufen. Am besten bei jeder passenden Gelegenheit ganz aufs Schuhwerk verzichten – am Anfang jedoch nicht übertreiben.

5. Wohltuend sind zudem Wechselduschen zur Temperaturregulation. Die Füße „lernen“ dadurch auch an kühlen Tagen warm zu bleiben.

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