Montag, 20. Juli

Was ist eigentlich...

…eine Spinalkanalstenose? 

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Wie diese schmerzhafte Erkrankung entsteht und weshalb eine frühzeitige Therapie so wichtig ist. 

„Die Spinalkanalstenose ist eine Wirbelkanal-Verengung“, erklärt Privatdozent Dr. David Kubosch, leitender Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Gelenk-Klinik Gundelfingen. „Dabei wird das Nervengewebe komprimiert und es kann zu erheblichen Schmerzen im unteren Rücken kommen.“ Oft strahlen diese bis in die Beine aus und erschweren das Gehen erheblich. Taubheitsgefühle sind weitere mögliche Beschwerden. „Die Symptome variieren von Patienten zu Patienten und richten sich in erster Linie nach dem betroffenen Körperteil – meist sind dies Segmente der Halswirbelsäule oder der stark belasteten Lendenwirbelsäule“, weiß der leitende Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aus seiner langjährigen Praxis. 

Wie entsteht eine Spinalkanalstenose? 

Bei den meisten Patienten ist die Kombination verschiedener Faktoren ursächlich. Dabei spielt das Alter eine wesentliche Rolle. So kommt es mit zunehmenden Jahren an der Wirbelsäule zu degenerativen Veränderungen, die den Wirbelkanal oftmals erheblich einengen. Häufige Entstehungsursache sind auch degenerierte und dadurch instabile Bandscheiben. Aber auch Gleitwirbel, also vielfach durch Verschleiß verschobene Wirbelkörper, können dazu führen, dass der Wirbelkanal eingeengt wird. Doch längst nicht jeder radiologisch erkennbare Befund erfordert eine Behandlung. „In manchen Fällen lassen sich gerade bei älteren Patienten im Röntgenbild Verengungen des Spinalkanals erkennen, die klinisch ohne jede Bedeutung sind“, stellt der Facharzt klar. „Therapiert werden muss nur, wenn diese Probleme bereiten.“ 

Wie wird behandelt? 

Experten raten bei der Diagnose Spinalkanalstenose dringend zur frühen Behandlung – nicht nur um die oft erheblichen Beschwerden zu lindern, sondern auch um ernsthafte Folgeschäden auszuschließen. So kann es im Halswirbelbereich schon bei einem leichten Unfall – zum Beispiel einem Sturz – zu einer starken Schädigung des dort verlaufenden Rückenmarks kommen. Mögliche Folge: eine Querschnittslähmung. „Ist der Lendenwirbel betroffen, so löst der stetige Druck des verengten Wirbelkanals auf Rückenmark, Spinalwurzeln bzw. Spinalnerven nicht nur lokale LWS-Schmerzen aus. Vielmehr schadet er auch den Nerven, die das Bein versorgen“, warnt Dr. Kubosch vor weiteren möglichen Komplikationen. Dabei können sowohl motorische als auch sensible Nervenfasern durch den fortwährenden Druck geschädigt werden. 

Spezielle Massagetechniken, Ultraschall und Wärme (ob Infrarotbestrahlung, heißes Bad oder Wärmepflaster) können helfen, den unteren Rücken zu entspannen.  Physiotherapie und Rückentraining kräftigen zudem die Rückenmuskulatur. Gegen akute Schmerzen helfen entzündungshemmende Schmerzmittel. Und wie kann ich als Patient selbst die Beschwerden lindern und auch vorsorgen? „In erster Linie durch Gewichtsreduktion (falls erforderlich) sowie viel Bewegung“, rät der Mediziner. Denn „langes Sitzen und Liegen schwächt Muskulatur und Knochen und verschlimmert die Problematik häufig.“ Darüber hinaus helfen Rückentraining und Nikotinverzicht, die Beschwerden zu lindern und einer Erkrankung vorzubeugen. 

Wann muss operiert werden? 

Um dauerhafte Schäden zu vermeiden, gilt: Wenn nach mehr als zwölf Wochen die konservative Therapie keinerlei Schmerzlinderung bringt, sollte eine operative Behandlung in Erwägung gezogen werden. Ziel ist die Weitung der verengten Stelle im Spinalkanal. Kommt es trotz Therapie zu extremen Schmerzen, oder zu schweren Lähmungserscheinungen, Bewegungseinschränkungen, Gefühlsstörungen oder anderen gravierenden Beschwerden, so können diese zeitnah einen operativen Eingriff erfordern.

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