Donnerstag, 05. August

Was krabbelt denn da?

Zecken – warum der ,,Biss” gefährlich werden kann

© Zlatan Durakovic/stock.adobe.com

Zeckenzeit, das ist in Deutschland üblicherweise die Kalenderstrecke von März bis Oktober/November – aber bei milden Wintern lauern die Spinnentiere auch ganzjährig auf ihre Opfer. Dabei stechen die Krabbeltiere – auch wenn wir üblicherweise vom Zeckenbiss sprechen. Was dabei zu beachten ist, lesen Sie in unserem heutigen Beitrag.

Schnelligkeit zählt

Im Hochsommer bei Hitze und Trockenheit suchen sich die Zecken feuchte, schattige Plätze, um sich vor dem Austrocknen zu schützen. Kommt es zu einem Stich, sollten sie rasch entfernt werden: Denn sie können Krankheiten übertragen – neben der Borreliose auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME: Je schneller die Zecke aus der Haut entfernt wird, desto kleiner ist das Risiko.

Senkrecht und gleichmäßig

Beim Entfernen sollte die Zecke am Kopf gepackt und Quetschungen des Körpers vermieden werden – trägt das Tier nämlich Krankheitserreger in sich, werden diese in die Wunde gedrückt. Zum Entfernen empfehlen die Gesundheitsexperten der Apotheken idealerweise eine spitz zulaufende Edelstahl-Pinzette in L-Form: Auch spezielle Zeckenzangen oder Zeckenschlingen sind gut geeignet – damit lassen sich auch kleine Zecken in Biegungen an Arm, Knie oder im Leistenbereich fassen. Dabei so nah wie möglich an der Hau ansetzen und das Tier senkrecht und gleichmäßig herausziehen. Zeckenkarten eignen sich eher für ebene Hautflächen.

Hände weg von Hausmitteln

Wer unterwegs kein geeignetes Hilfsmittel dabei hat, sollte die Zecke trotzdem schnellstmöglich entfernen – notfalls mit den Fingern, aber auch hier aufpassen, dass das Tier nicht gequetscht wird. Die Gesundheitsexperten raten davon ab, zu immer noch weit verbreiteten Hausmitteln wie Nagellack oder Öl zu greifen – denn dadurch kann ebenfalls die Übertragung von Krankheitserreger begünstigt werden, wenn die Zecke unter Stress mehr von ihrem mit Erregern verseuchten Mageninhalt in die Wunde abgibt.

Bei Problemen zum Arzt

Ist die Zecke entfernt, sollte die Wundstelle desinfiziert und einige Tage beobachtet werden – kommt es zu einer Entzündung oder einer kreisförmigen Rötung an der Wunde, treten Fieber, Kopfweh oder andere grippeähnliche Symptome auf, ist ärztliche Hilfe notwendig.

Beratung in der Apotheke

Mit einem geeigneten Mittel gegen Zecken, auch Repellent genannt, lassen sich die gefährlichen Parasiten auf Abstand halten. Zeckensprays oder Kombipräparate aus der Apotheke, die auch Mücken abwehren, können für mehrere Stunden schützen. Eine Impfung gegen Zeckenstiche und gegen Borreliose gibt es nicht – wohl aber gegen FSME. Sie ist ratsam, wenn man in einem besonderen Risikogebiet lebt oder eine Reise dorthin plant.

Schutz durch Kleidung

Auch mittels Kleidung kann man sich schützen, wenn man in der Natur unterwegs ist: So bieten lange Hosen und langärmelige Oberteile einen gewissen Schutz. Auf hellen Stoffen sind die dunklen Zecken leichter bemerkbar, wenn sie auf der Kleidung krabbeln. Feste Schuhe und Socken sind ebenfalls wichtig. Übrigens: Zecken sind nicht nur auf dem Land und im Wald verbreitet – auch im Garten, auf dem Fußballplatz oder im Freibad kommen sie vor. Es lohnt sich also, auf der Hut zu sein und am besten nach jedem „Außeneinsatz“ gründlich nachzusehen.

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