Donnerstag, 18. Juli

Infektion am Auge

Was ist eigentlich ein Gerstenkorn?

©stock.adobe.com/Vladimir Ivarkin

Rötung, Druckempfindlichkeit und Schmerzen am Augenlid können Vorboten für ein Gerstenkorn sein. Worum es sich dabei genau handelt, wie es entsteht und was man dagegen tun kann.

Zum Schutz vor Austrocknung und Fremdkörpern werden unsere Augen bei jedem Lidschlag mit Tränenflüssigkeit benetzt. Damit die Flüssigkeit besser auf den Augen haftet, ist sie mit einem öligen Sekret (Talg) vermischt. Diese stammt aus zahlreichen Talgdrüsen, die neben Schweißdrüsen über die Augenlider verteilt sind.

Gerstenkorn oder Hagelkorn?

Ein Gerstenkorn (medizinisch: Hordeolum) entsteht, wenn sich diese Drüsen aufgrund einer Infektion mit Bakterien wie Staphylococcus aureus oder Streptokokken entzünden. Am Anfang ist meist das Ober- oder Unterlid im Bereich der Wimpern gerötet und angeschwollen. Dies kann mit Juckreiz und einem Fremdkörpergefühl im Auge einhergehen. Später entsteht ein schmerzhaft er, mit Eiter gefüllter Knoten, der wie ein Pickel aussieht.

Im Gegensatz dazu verursacht ein Hagelkorn in der Regel keine Schmerzen. Es handelt sich dabei um eine chronische Entzündung, der verstopfte Talgdrüsen anstatt einer bakteriellen Infektion zugrunde liegen. Anders als beim Gerstenkorn bildet sich kein Eiter.

Wie wird ein Gerstenkorn behandelt?

Ein Gerstenkorn öffnet sich meist nach ein paar Tagen spontan und heilt von selbst ab. Trockene Wärme, beispielsweise aus einer Rotlichtlampe, kann diesen Prozess beschleunigen. Keinesfalls sollte man versuchen, den Knoten auszudrücken, weil sich dadurch die Infektion verschlimmern und auf das gesunde Auge ausbreiten kann. Aufgrund der Ansteckungsgefahr wird außerdem davon abgeraten, Handtücher gemeinsam mit anderen Haushaltsmitgliedern zu benutzen.

Bei einem hartnäckigen Gerstenkorn ist spätestens nach zwei Wochen ein Besuch beim Augenarzt angeraten, da die Gefahr von Komplikationen wie einer Ausbreitung der Entzündung auf die Bindehaut besteht. Um das Risiko zu reduzieren, kann der Augenarzt antibiotikahaltige Augentropfen oder Salben verschreiben. In seltenen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich, bei dem das Gerstenkorn unter örtlicher Betäubung mit einem kleinen Schnitt geöffnet wird, damit der Eiter abfließen kann.

Was kann man vorbeugend tun?

Hygiene ist das Wichtigste zur Vorbeugung eines Gerstenkorns. Die Erreger leben unter anderem auf der Haut und gelangen über schmutzige Hände leicht ins Auge. Dies lässt sich nur verhindern, wenn man sich regelmäßig die Hände wäscht. Für Kontaktlinsenträger ist darüber hinaus eine sachgemäße Aufbewahrung und gründliche Reinigung ihrer Sehhilfe von besonderer Bedeutung. Da Make-Up-Reste die Drüsen am Augenlid verstopfen und so die Entstehung eines Gerstenkorns fördern können, sollte man sie vor dem Zubettgehen entfernen.

Wenn trotz dieser Maßnahmen Bakterien ins Auge gelangen, entwickelt sich nicht automatisch ein Gerstenkorn. Ein starkes Immunsystem ist in der Lage, die Infektion rechtzeitig abzuwehren. Deshalb empfiehlt es sich generell, die körpereigene Abwehr durch gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf zu unterstützen. Außerdem sollte man Zugluft und augenreizende Substanzen wie Zigarettenrauch möglichst vermeiden.

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