Freitag, 28. August

Schwindel

Wenn sich im Kopf alles dreht 

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Man steht auf, schaut sich um und plötzlich scheint der Boden zu schwanken. Es dreht sich alles, der Körper sucht Halt. Schwindel fühlt sich bedrohlich an, dabei ist er meistens harmlos. Fast jeder kennt solche Situationen: beim schnellen Aufstehen, nach einem langen Tag oder ganz ohne erkennbaren Auslöser. Mal dreht sich alles wie in einem Karussell, mal fühlt man sich wie auf schwankendem Untergrund. Schwindel ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein Symptom, und kann viele Ursachen haben. Was genau hinter dem Gefühl steckt, warum unser Gleichgewicht manchmal aus dem Takt gerät und welche Signale der Körper dabei sendet, lässt sich gut erklären. Lesen Sie, was hilft, den Schwindel besser einzuordnen und etwas gelassener damit umzugehen. 

Drehen, wackeln oder Watte im Kopf 

Schwindel ist nicht gleich Schwindel. Es gibt verschiedene Formen, je nachdem, wie sich das Gefühl äußert. Drei Varianten kommen besonders häufig vor: 

• Beim Lagerungsschwindel hat man das Gefühl, dass sich alles um einen herum bewegt. Der Raum scheint zu kreisen, ähnlich wie nach einer schnellen Karussellfahrt. Betroffene bleiben dann oft ganz still, weil jede Bewegung des Kopfes stark nachzuschwingen scheint. 

• Anders fühlt sich der Schwankschwindel an. Hier steht nicht das Drehen im Vordergrund, sondern ein Gefühl von Unsicherheit. Viele beschreiben es so, als würden sie auf einem schwankenden Boot stehen. Der Gang wird wackelig, der Körper wirkt instabil. 

• Dann gibt es noch den sogenannten Benommenheitsschwindel. Dabei fühlt sich der Kopf eher wie in Watte gepackt an oder man hat ein diffuses Gefühl der Leere im Kopf. 

So funktioniert das Gleichgewicht 

Damit wir sicher stehen und uns orientieren können, arbeitet im Körper ein fein abgestimmtes System aus verschiedenen Reizen und Reaktionen zusammen. Eine zentrale Rolle spielt das Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Es registriert jede Bewegung des Kopfes und meldet diese Informationen an das Gehirn. Auch die Augen liefern ständig Eindrücke: Wo befinden wir uns im Raum? Bewegt sich etwas um uns herum? Dazu liefern sogenannte Tiefensensoren in Muskeln und Gelenken Rückmeldung darüber, wie unser Körper gerade steht oder sich bewegt. Das Gehirn fügt all diese Informationen zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen. Gerät dabei jedoch etwas aus dem Gleichgewicht, entstehen widersprüchliche Signale, die zu Schwindel führen. 

Mögliche Ursachen im Überblick 

Das hilft: 

Besonders häufig ist der Lagerungsschwindel. Dabei geraten kleine Kristalle im Innenohr aus der Bahn und stören das Gleichgewichtsorgan. Jede Bewegung reizt die Sinneszellen – bewegt man den Kopf, schwingt es unangenehm nach. Die Beschwerden treten plötzlich auf, sind aber gut behandelbar. Fast jeder kennt es: Steht man zu schnell auf, wird einem kurz schwarz vor Augen oder man fühlt sich benommen. Das kommt, wenn der Blutdruck kurzfristig absinkt und das Gehirn für einen Moment schlechter durchblutet wird. Hier hilft es, sich wieder hinzusetzen und es noch einmal langsamer zu probieren. Diffuser Schwindel kann durch Stress, innere Anspannung oder Erschöpfung entstehen. Der Körper reagiert dann sensibler auf Reize, das Gleichgewichtssystem gerät schneller aus dem Takt. Bei allen Beschwerden gilt: Halten sie länger an, treten sie sehr plötzlich und stark auf oder kommen weitere Symptome wie Sehstörungen, Koordinationsprobleme oder Sprachschwierigkeiten hinzu, sollte man zum Arzt gehen. 

Das hilft: 

Gegen Lagerungsschwindel helfen bestimmte Übungen, die Kristalle im Ohr zurückzubewegen. Dabei sitzt man aufrecht, neigt den Kopf um 45 Grad nach rechts und lässt sich auf die linke Seite fallen. So bleibt man fünf Minuten liegen. Dann wechselt man schnell auf die andere Seite, der Kopf bleibt allerdings nach rechts geneigt. Nach fünf Minuten setzt man sich wiederum für fünf Minuten aufrecht hin. Das Gleiche auf der anderen Seite wiederholen (Anleitung gibt es auch beim HNO-Arzt oder auf Youtube.de) Bei einem kreislaufbedingten Schwindel legt man sich flach auf den Rücken und lagert die Beine erhöht. Einige Minuten so liegen bleiben, dann vorsichtig und langsam aufrichten. Die Füße zu kreisen oder auf den Fußballen auf und ab zu wippen, kann den Kreislauf unterstützen. 

Vorbeugen, damit der Kopf klar bleibt 

Um Schwindel zu vermeiden, sollte man seinem Körper im Alltag Aufmerksamkeit schenken: ausreichend trinken, regelmäßig essen und sich bewusst Zeit beim Aufstehen nehmen. Gleichgewichtsübungen können helfen, das Zusammenspiel der Sinne zu stabilisieren und die Sicherheit im Alltag zu verbessern. Akupunktur kann den Körper dabei unterstützen, das Gleichgewichtssystem zu beruhigen und die Reizverarbeitung zu regulieren. Durch das Setzen feiner Nadeln an bestimmten Punkten sollen Nervenbahnen beeinflusst und die Durchblutung gefördert werden. Auch Entspannungstechniken wie Atemübungen, Yoga oder progressive Muskelentspannung helfen, das Nervensystem zu beruhigen und damit auch das Gleichgewicht zu stärken. Regelmäßig angewendet können solche Techniken dazu beitragen, Schwindelattacken seltener oder weniger intensiv zu erleben. 

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