Klein, lästig und hartnäckig: Warzen kennen viele Menschen aus eigener Erfahrung. Besonders häufig treten die Hautveränderungen bei Kindern und Jugendlichen auf – schätzungsweise ein Drittel aller Jungen und Mädchen hat eine oder mehrere Warzen. Bei Erwachsenen ist nur etwa jede oder jeder Fünfte betroffen. Wenn es darum geht, die Plagegeister wieder loszuwerden, fragen sich viele: Muss man zum Arzt oder genügt ein Urlaub an der Nordsee?
Warzen sind gutartige Hautwucherungen, die durch Viren ausgelöst werden. Diese gelangen durch kleine Verletzungen und feine Risse in die oberen Schichten der Haut und regen dort die Vermehrung von Zellen an. Dadurch bildet sich nach und nach eine erhabene, oberflächlich verhornte Hautveränderung: die Warze. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch, etwa beim Händeschütteln oder über Gegenstände. Besonders weit verbreitet sind die Viren in Schwimmbädern, Saunen und Umkleidekabinen. Ist die Haut aufgeweicht, können die Krankheitserreger die Hautbarriere leichter überwinden.
Diese Warzenarten gibt es
Gewöhnliche Warzen sind besonders weit verbreitet. Sie treten meist an Händen und Füßen auf und haben eine harte, verhornte Oberfläche. Dornwarzen finden sich an den Fußsohlen, wo sie durch das Körpergewicht nach innen gedrückt werden und beim Laufen Schmerzen bereiten können. Flachwarzen kommen häufig im Gesicht, an den Händen und Unterarmen vor. Sie sind nur leicht erhöht und sehr klein – oft nur wenige Millimeter. Mosaikwarzen sitzen wie Dornwarzen oft an den Fußballen oder unter den Zehen, verursachen aber nur selten Beschwerden. Sie sind klein und flach, können sich jedoch großflächig ausbreiten. Pinselwarzen sind fadenförmige Hautwucherungen mit unregelmäßiger Oberfläche. Sie siedeln sich besonders häufig an den Augenlidern, am Kinn und am Hals an. Feigwarzen befallen den Genitalbereich oder Darmausgang. Diese sexuell übertragbaren Warzen erscheinen in Form von kleinen festen Knötchen mit unregelmäßiger Oberfläche und bedürfen einer speziellen Behandlung. Fachärzte für Gynäkologie, Urologie und Dermatologie sind die richtigen Ansprechpartner.
Nordsee und Watt als Heilmittel sind leider ein Mythos
Im Kampf gegen Warzen halten sich zahlreiche Mythen hartnäckig – neben Mondscheinriten und Knoblauchkuren wird auch immer wieder von der heilenden Wirkung der Nordsee oder des Wattbodens gesprochen. Doch während ein Urlaub am Meer zweifellos Körper und Seele guttut, gibt es keine wissenschaftlichen Belege für eine therapeutische Wirkung bei Warzen.
Das hilft wirklich gegen Warzen
Bei einem funktionierenden Immunsystem sind Warzen meist kein ernsthaftes Problem. Denn es schafft in der Regel, die Warzenviren abzuwehren, sodass die Hautgebilde oft von selbst wieder verschwinden. Das dauert allerdings oft mehrere Monate und oft auch länger als ein Jahr. Wer nicht so lange warten möchte, hat verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Medikamentöse Behandlung: Auf die betroffenen Hautstellen werden beispielsweise Salicyl-, Milch-, Ameisen- oder Essigsäure aufgetragen. Die Wirkstoffe sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich – als Lösung, Salbe, Stift oder Pflaster. Lassen Sie sich gerne von dem Team Ihrer Guten-Tag-Apotheke beraten, welche Substanz und welche Applikationsform für Sie oder Ihr Kind am besten geeignet ist. Vereisung mit flüssigem Stickstoff (Kryotherapie): Bei dieser Methode wird die Warze mit extrem kaltem Stickstoff behandelt, wodurch die obere Hautschicht zerstört wird. Die Behandlung erfolgt meist über mehrere Sitzungen. Weitere Methoden: In hartnäckigen Fällen kommen auch Abschabung, Laserbehandlung oder fotodynamische Therapie zum Einsatz. Viele Warzen erweisen sich als ausgesprochen therapieresistent, sodass Geduld die wichtigste Komponente in der Behandlung ist
Wann muss man zum Arzt?
Grundsätzlich müssen Warzen nicht behandelt werden bzw. können mit speziellen Produkten aus der Apotheke in Eigenregie bekämpft werden. Das gilt jedoch nicht für Feigwarzen. Diese müssen immer ärztlich therapiert werden. Für alle anderen Warzen gilt: Wenn Schmerzen oder Einschränkungen auftreten oder Sie unsicher sind, ob es sich bei einer Hautveränderung tatsächlich um eine Warze handelt, heißt es: Ab zum Arzt!
So kann man sich schützen
Tragen Sie in öffentlichen Bädern, Saunen und Umkleidekabinen immer Badelatschen. Waschen und trocknen Sie die Füße nach dem Besuch solcher Einrichtungen gründlich und vergessen Sie die Zehenzwischenräume nicht. Teilen Sie Kosmetika wie Lippenstifte und Deo-Roller nicht mit anderen Personen. Das Gleiche gilt für Handtücher, Socken, Schuhe und Handschuhe. Pflegen Sie Ihre Haut gut, denn in rissiger Haut finden Viren eine perfekte Möglichkeit, sich niederzulassen. Stärken Sie außerdem Ihr Immunsystem durch eine gesunde Lebensweise.
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