Donnerstag, 17. September

Die schlummernde Gefahr

Gürtelrose 

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Auch wenn der Name fast schon malerisch klingt: 

Die Gürtelrose ist keinesfalls ein harmloser Hautausschlag. Die Viruserkrankung betrifft neben der Haut auch die Nerven und kann mit heftigen Schmerzen und schweren Komplikationen einhergehen. Bei jedem, der schon einmal Windpocken hatte, besteht die Gefahr, dass die Krankheit ausbricht. 

Die Gürtelrose wird in der Fachsprache Herpes zoster genannt, denn der Erreger stammt aus der Familie der Herpesviren. Etwa jeder dritte Erwachsene erkrankt im Laufe seines Lebens daran. 

Viren im Dornröschenschlaf 

Was viele nicht wissen: Windpocken und Gürtelrose werden durch das gleiche Virus verursacht: Varizellazoster. Nach einer überstandenen Windpocken-Erkrankung verschwindet der Erreger jedoch nicht aus dem Körper. Stattdessen zieht er sich in die Nervenwurzeln des Rückenmarks und in die Hirnnerven zurück und verfällt dort in einen tiefen Dornröschenschlaf: Mehr als 95 Prozent der Erwachsenen tragen das schlummernde Virus in sich. Ist das Immunsystem geschwächt, kann das Virus wieder aktiv werden und sich vermehren. Es wandert entlang der Nervenbahnen und löst die typischen Beschwerden einer Gürtelrose aus. Die Erkrankung entsteht also nicht durch eine neue Ansteckung, sondern durch das Erwachen eines Erregers, der seit der Windpockeninfektion im Körper ruht. 

Schmerzhafter Gürtel aus Bläschen 

Noch bevor der charakteristische Ausschlag sichtbar wird, kündigt sich die Gürtelrose häufig an. Drei bis fünf Tage vorher verspüren viele Betroffene ein Kribbeln, Jucken oder Brennen der Haut, manchmal auch Taubheitsgefühle oder Schmerzen. Hinzu kommen gelegentlich gerötete oder geschwollene Hautstellen, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen oder sogar Fieber. Erst danach entwickeln sich die typischen, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen. Sie treten meist einseitig und streifenförmig auf – daher auch der Name „Gürtelrose“. Besonders häufig sind Brustkorb und Rumpf betroffen, doch auch Arme, Oberschenkel, Kopf oder Gesicht können befallen sein. In manchen Fällen greift die Erkrankung sogar auf Augen oder Ohren über. Nach etwa fünf Tagen beginnen die Bläschen auszutrocknen und zu verkrusten. Bis die Haut vollständig abgeheilt ist, vergehen in der Regel zwei bis vier Wochen. 

Gefürchtete Komplikationen 

Bei Kindern und jüngeren Erwachsenen heilt eine Gürtelrose meist ohne größere Probleme aus. Anders sieht es bei älteren Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem aus. Hier kann die Erkrankung deutlich schwerer verlaufen. So können sich die geschädigten Hautareale zusätzlich mit Bakterien infizieren. Werden Augen oder Ohren befallen, drohen bleibende Seh- oder Hörstörungen. Selten kommt es zu Lähmungen oder Entzündungen von Gehirn, Hirnhäuten, Rückenmark oder Blutgefäßen. In Ausnahmefällen kann eine Gürtelrose sogar lebensbedrohlich werden. 

Peinigendes Souvenir: 

Die Post-Zoster-Neuralgie Für manche Betroffene endet die Erkrankung nicht mit dem Verschwinden des Ausschlags. Bei etwa zehn bis 20 von 100 Patienten bleiben starke Nervenschmerzen bestehen, obwohl die Haut längst verheilt ist. Fachleute sprechen dann von einer Post-Zoster-Neuralgie. Diese Schmerzen können Wochen oder Monate, manchmal sogar Jahre andauern und die Lebensqualität der Betroffenen empfindlich beeinträchtigen. 

So wird behandelt, wenn das Virus erwacht 

Die Behandlung richtet sich nach Schwere und Verlauf der Erkrankung. Zum Einsatz kommen schmerz- und fiebersenkende Medikamente sowie eine sorgfältige Hautpflege. Bei erhöhtem Risiko für Komplikationen oder schweren Verläufen werden zusätzlich antivirale Arzneimittel verordnet. Entscheidend ist dabei der richtige Zeitpunkt: Diese Medikamente wirken am besten, wenn sie innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten des Hautausschlags angewendet werden. In bestimmten Situationen kann ergänzend auch Kortison eingesetzt werden. 

Impfen schützt 

Mit zunehmendem Alter lässt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nach – damit steigt auch das Risiko für eine Gürtelrose. Tatsächlich sind zwei von drei Betroffenen älter als 50 Jahre. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt deshalb die Gürtelrose-Impfung als Standardimpfung für alle Menschen ab 60 Jahren. Bereits ab 18 Jahren wird sie außerdem Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen, unter anderem Asthma, Diabetes oder Rheuma sowie Menschen mit angeborener oder erworbener Immunschwäche empfohlen. In diesen Fällen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Impfung vollständig. 

Vorsicht Ansteckungsgefahr! 

Wer an Gürtelrose erkrankt ist, kann das Windpockenvirus über die Flüssigkeit in den Hautbläschen weitergeben. Für Neugeborene, Säuglinge, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann eine Ansteckung gefährlich werden. Deshalb gilt: Bis alle Bläschen vollständig verkrustet sind, sollten Betroffene Kontakt zu Babys und anderen besonders gefährdeten Personen vermeiden. 

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