Donnerstag, 19. Februar

Erste Hilfe aus der Natur

Gegen Zahnschmerzen ist manches Kraut gewachsen 

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Weshalb Ingwer und Salbei unseren Zähnen guttun und warum Nelkenöl eher schadet als nützt. 

Bei Zahnschmerzen griffen schon unsere Großmütter zur kleinen „Wunderknolle“: Auf den Zahn gelegt und leicht zerkaut, brachten Gewürznelken dank ihres Wirkstoffs Eugenol oftmals schnelle Linderung. Doch heute sehen Experten die zahnmedizinische Anwendung dieser getrockneten Blütenknospen kritischer: „Nelkenöl kann zu einer Kontaktallergie führen und das Gewebe reizen“, warnt Dr. Jochen H. Schmidt, zahnärztlicher Leiter des Carree Dental in Köln, vor dem leichtfertigen Gebrauch. „Außerdem wirkt es kaum entzündungshemmend und nur etwas betäubend.“ Gegen die Anwendung sprechen auch eigene Praxis-Erfahrungen: Bei manchen Patienten verschlimmern sich nicht nur die Beschwerden, sondern zudem müssen Nelkenreste aus den Zwischenräumen entfernen werden. Ein Klassiker unter den Hausmitteln gegen Zahnbeschwerden ist auch Salbei. „Die darin enthaltene Rosmarinsäure wirkt antiseptisch, entzündungshemmend und antibakteriell“, erläutert Schmidt. Als Mundspülung aus getrockneten Salbeiblättern selbst hergestellt, wirkt diese bei mehrfacher täglicher Anwendung nicht nur schmerzstillend, sondern entfernt auch Zahnbelag sanft und schnell. 

Ingwer und Myrrhe schmecken unseren Zähnen 

Auch Ingwer und Kamille „schmecken“ kranken Zähnen.   Mehrmals täglich als Tee bzw. Mundspülung angewandt, können diese ätherischen Öle bei Schwellungen, Zahnfleischentzündungen (Gingvitis) und Blutungen desinfizierend wirken, Beschwerden lindern und das Zahnfleisch kräftigen. Dank seiner antientzündlichen Wirkung kann auch Thymian bei kleineren Wunden und Aphten helfen. Und auch Myrrhe hat es bei Zahnbeschwerden in sich. „Das wohlriechende Gummiharz wirkt als Tinktur bzw. Mundwasser bei Zahnweh schmerzlindernd und heilungsfördernd“, sagt Experte Schmidt. Auch zur Vorbeugung gegen Zahnstein hat sich die klassische Heilpflanze über Generationen bewährt. 

Heilkräuter ersetzen keinen Zahnarzt 

Ebenfalls populär war bereits zur Zeit unserer Großeltern das Süßholz als Hauptbestandteil von Lakritz, aber auch als Heilpflanze gegen Bakterien und damit Karies. Mehrmals täglich aufgetragen, hilft sie dank des enthaltenen Glycyrrhizins zudem als Tinktur gegen die meist zwar harmlosen, aber schmerzhaften Aphten-Bläschen (griechisch, Schwämmchen) – ebenso wie Salbei oder Thymian. Doch auch hier gilt: „Selbst die besten Heilkräuter ersetzen bei Beschwerden natürlich keinen Zahnarztbesuch“, warnt Dr. Schmidt. Und auch ohne gründliche Zahnpflege geht es nicht. Denn nur dadurch lässt sich Karies, Parodontitis und schlechtem Atem vorbeugen. Apropos: Bei leichtem Mundgeruch können ebenfalls alte Heilpflanzen von Nutzen sein – zumindest zweitweise. So wirken beispielsweise Eukalyptus und Fenchel (roh oder als Tee) durch ihre ätherischen Öle sowohl entzündungshemmend als auch erfrischend auf den Atem. 

Natürliche Zahnpflege – sanft und wirkungsvoll 

Wer seine Zähne auf natürliche Weise pflegen möchte, kann einiges aus der Pflanzen- und Hausmittelapotheke nutzen. Kokosöl wirkt antibakteriell und unterstützt durch das traditionelle Ölziehen eine gesunde Mundflora. Salbei und Kamille beruhigen entzündetes Zahnfleisch, während Teebaumöl in stark verdünnter Form Keime bekämpft. Aloe Vera pflegt und lindert Reizungen, grüner Tee hemmt das Bakterienwachstum und schützt so vor Karies. Auch Xylit (Birkenzucker) und Neem haben sich in der natürlichen Zahnpflege bewährt – sie hemmen schädliche Bakterien und fördern ein gesundes Gleichgewicht im Mund.

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