Montag, 20. Mai

Kraftquelle von morgens bis abends

Das Butterbrot

©stock.adobe.com / Bozena Fulawka / ukrolenochka

Ob morgens mit Marmelade oder abends mit Käse, ob als Stulle in der Schule oder als Stärkung während eines Ausflugs – das Butterbrot hat in Deutschland eine lange Tradition. Tatsächlich ist Brot in Deutschland mehr als ein Lebensmittel, es ist sogar ein Kulturgut, um das wir in vielen Ländern beneidet werden.

Über 3.000 eingetragene Brotsorten

Auch wenn es bis zum „Tag des Butterbrotes“ am 27. September noch ein paar Tage hin ist – das Butterbrot hat in Deutschland ganzjährig Konjunktur. Die Deutschen und ihr Brot, das ist schon eine ganz besondere Beziehung. Wussten Sie zum Beispiel, dass es hierzulande sage und schreibe rund 3.200 eingetragene verschiedene Brotsorten gibt? Wollte eine Bäckerei von jeder Sorte nur ein einziges Exemplar präsentieren, bräuchte sie eine sehr, sehr lange Theke. Aufgrund dieser Besonderheit nahm die UNESCO die Deutsche Brotkultur ins Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf.

Butterbrot: gesunder Snack oder Kalorienbombe?

Aber nicht jedes Butterbrot ist gut, jedenfalls aus gesundheitlicher Sicht. Je nach Brotsorte und Belag kann ein Butterbrot entweder ein ballaststoffreicher und lange sättigender gesunder Snack oder aber eine nährstoffarme Kalorienbombe sein. Darauf weist die Gesundheitsorganisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe hin. So sind zum Beispiel Brotsorten aus Weißmehl mit fett- und zuckerreichen Belägen wie Butter und Marmelade „leere“ Kalorienbomben, die kaum Energie liefern und schnell wieder hungrig machen.

Vorsicht bei Diabetes

„Für Menschen mit Übergewicht oder einem bereits bestehendem Typ-2-Diabetes empfehlen wir daher vollwertiges, vollkörniges Brot sowie magere Aufstriche und Beläge. Weißbrot und jedes süße Brot und sonstige Backwaren sollten hingegen eine Ausnahme sein“, sagt die Diabetesberaterin und Ökotrophologin Dr. Astrid Tombek.

Das Abendbrot – wenn die ganze Familie zusammenkommt

Eine Tradition in Deutschland ist das Abendbrot. Dabei handelt es sich nicht um eine spezielle Brotsorte, sondern nach dem Frühstück und dem Mittagessen um die dritte Hauptmahlzeit des Tages. „Abendbrot“ sagt man, weil die Grundlage dieses oft im Familienkreis eingenommenen Mahles das Brot ist. Dazu Butter oder Margarine, Käse, Aufschnitt, vielleicht ein paar Tomaten, Gurken oder Radieschen – das war‘s. Kein großer Aufwand, dennoch schmackhaft und sättigend.

Das Butterbrot ist eine bedrohte Spezies

„Eine der wichtigsten Mahlzeiten ist für mich das klassische Abendbrot, mit dem ich sehr viele schöne Erinnerungen verbinde“, sagt Fernsehkoch Tim Mälzer. Allerdings scheint das deutsche Butterbrot etwas aus der Mode gekommen zu sein. „Im Zeitalter von Brötchen, Baguette, Sandwich und Croissant hat das gute alte Butterbrot einen schweren Stand. Es ist sozusagen eine bedrohte Spezies und vom Aussterben bedroht“, klagen die Macher der Internetseite www.butterbrot.de, die sich „für den Erhalt des Butterbrotes“ einsetzen. Auf ihrer Webseite dreht sich somit alles ums Butterbrot, angefangen von der Bildergalerie „Die schönsten Schnitten aus aller Welt“ über ein „Brettchen-Museum“ und einen „Butter-Test“ bis hin zur „Schlemmerecke“ mit vielen Rezeptvorschlägen.

Tipps für Hobby-Brotbäcker

Wer zu der wachsenden Zahl von Menschen gehört, die ihr Brot am liebsten selbst backen, kann sich in der „Backstube“ („Backwahn“) Anregungen für neue Brotkreationen holen. Und wer noch tiefer in die Materie einsteigen will, findet ein gutes Literaturverzeichnis zum Thema „selber backen“.

Brot ist mehr als Nahrung – es ist Kulturgut

Nicht nur die Webseite butterbrot.de, sondern auch das Europäische Brotmuseum in Ebergötzen bei Göttingen ist einen Besuch wert (www.brotmuseum.de). Das Museum beherbergt die kulturhistorische Sammlung „Vom Korn zum Brot“. Die Dauerausstellung zeigt die Kulturgeschichte des Brotes, die Entwicklung der Landwirtschaft sowie der Getreideverarbeitung und des Bäckerhandwerks. Angefangen bei den ersten Bauern, den Bandkeramikern aus der Zeit um 5.500 v. Chr., über Bronze- und Eisenzeit, dem Mittelalter und letztlich der Neuzeit sind Exponate zusammengetragen worden. Das Haus präsentiert außerdem wechselnde Sonderausstellungen und bietet regelmäßig Backaktionen in der musealen Backstube an.

Mehr über Brot erfahren

Im Außengelände können Besucher auf einem Hektar Ausstellungsfläche einen Getreide- und Heilpflanzengarten, zwei historische Mühlen und originalgetreu nachgebauten Öfen aus verschiedenen Epochen bestaunen. Auch das Museum Brot und Kunst in Ulm ist einen Besuch wert (www.museumbrotundkunst.de). Wer sich umfassend über das Brot, seine Geschichte und Kultur, über Brotsorten und ihre Herstellung sowie alles andere rund um das Brot informieren will, dem sei die Webseite www.brotexperte.de ans Herz gelegt. Betrieben wird die Seite von Bernd Kütscher, einem der renommiertesten Brotexperten Deutschlands. Kütscher stammt aus einer Bäckerfamilie, ist selbst Bäckermeister und unter anderem Geschäftsführer des Deutschen Brotinstituts in Berlin (www.brotinstitut.de).

Gutes Brot braucht eine ausreichende „Teigruhezeit“

Gehören Sie zu den Menschen, die Brot nicht gut vertragen und auf den Verzehr mit Blähungen oder Verdauungsbeschwerden reagieren? Nach einer Untersuchung der Universität Hohenheim kommt es vor allem dann zu diesen Problemen, wenn das Brot sehr schnell hergestellt wird und dem Teig nicht ausreichend Zeit zum Reifen gelassen wird. Das Deutsche Brotinstitut empfiehlt eine „Teigruhezeit“ von mindestens zwei Stunden. Möglicherweise wird diese Zeit bei vielen industriell gefertigten Broten, die es im Supermarktregal zu kaufen gibt, nicht immer eingehalten. Verbraucher sollten ausprobieren, ob sie diese Probleme auch mit dem Brot haben, dass sie beim Bäcker kaufen, der sein Brot nach traditionellem Backhandwerk fertigt. Oder sie greifen zur Do-it-yourself-Methode und backen gleich selbst.

Wussten Sie schon …?

Das Weizenvollkornbrot ist das Brot des Jahres 2024. Beim Weizenvollkornbrot werden auch die besonders ballaststoffreichen Schalen des Getreidekorns verbacken, weshalb es besonders nahrhaft ist. Gewählt wird das Brot des Jahres vom wissenschaftlichen Beirat des Deutschen Brotinstituts.

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