Samstag, 03. Dezember

Tipps

Baden im See – aber sicher

©JohanSebastian/stock.adobe.com

Sommer, Sonne, Badesee – wie herrlich. Allerdings: „Flüsse und Seen sind nach wie vor die größten Gefahrenquellen. Nur vergleichsweise wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht. Das Risiko, dort zu ertrinken, ist deshalb um ein Vielfaches höher als an Küsten oder in Schwimmbädern“, beschrieb der inzwischen ehemalige DLRG-Präsident Achim Haag die Gefahrenlage einst.

Kinder stets im Auge behalten

Besonders vom Ertrinken betroffen sind Kinder und junge Menschen. 23 Kinder im Vorschul- und Grundschulalter kamen 2020 im Wasser ums Leben. Daher appelliert der DLRG dringend an die Eltern und Aufsichtspersonen, ihre Kinder stets im Auge zu behalten, wenn diese im Wasser sind. Und natürlich dürfen sich Kinder, die noch nicht sicher schwimmen können, nur im seichten Wasser aufhalten, wo sie noch stehen können. 

Wann gilt man als sicherer Schwimmer?

Als sicheren Schwimmer bezeichnet die DLRG jemanden, der die Disziplinen des Jugendschwimmabzeichens in Bronze (Freischwimmer) erfüllt, also mindestens 15 Minuten schwimmen kann, ohne sich zwischendurch am Beckenrand festzuhalten. Das Seepferdchen, also die Bescheinigung darüber, dass sich das Kind auf einer Stecke von 25 Metern über Wasser halten kann, reicht nicht aus. 

Aufgrund der Corona-Situation fanden in den vergangenen Schuljahren keine oder kaum Schwimmlernkurse stattfanden. Dadurch haben viele Kinder nicht richtig schwimmen gelernt. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Eltern oder Aufsichtspersonen ihre am und im Wasser spielenden und plantschenden Kinder permanent unter Beobachtung haben. Und dass sie jederzeit eingreifen können, falls dies erforderlich ist. Schwimmflügel und Schwimmwesten für die lieben Kleinen erhöhen die Sicherheit.

Alkohol und/oder Selbstüberschätzung mit Folgen

Bei den Jugendlichen und Erwachsenen, die im Wasser umkommen, ist häufig Alkohol, Übermut oder Selbstüberschätzung im Spiel, oft auch alles zusammen. Wenn die Wette lautet „Wer schafft es bis zum anderen Ufer und zurück?“, kommt es leider allzu oft vor, dass den Schwimmern mitten im See die Kräfte ausgehen und dann auch niemand in der Nähe ist, der helfen kann.

Die Baderegeln der DLRG

  • Gehe nur zum Baden, wenn du dich wohl fühlst 
  • Kühle dich ab und dusche, bevor du ins Wasser gehst
  • Gehe als Nichtschwimmer nur bis zum Bauch ins Wasser
  • Überschätze dich und deine Kraft nicht
  • Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlasse das Wasser sofort und suche ein festes Gebäude auf
  • Aufblasbare Schwimmhilfen bieten dir keine Sicherheit im Wasser 
  • Gehe niemals mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser 
  • Rufe nie um Hilfe, wenn du nicht wirklich in Gefahr bist, aber hilf anderen, wenn sie Hilfe brauchen
  • Bade nicht dort, wo Schiffe und Boote fahren. Halte das Wasser und seine Umgebung sauber, wirf Abfälle in den Mülleimer 
  • Springe nur ins Wasser, wenn es frei und tief genug ist

Was Sie immer dabei haben sollten

Für ein unbeschwertes Badevergnügen am See sollte man immer ein paar Dinge im Gepäck haben: Das wichtigste im Sommer ist natürlich die geeignete Sonnencreme, die Sie großzügig auf Ihrer Haut und der Ihrer Kinder verreiben sollten. Denken Sie daran, die Sonncreme nach dem Aufenthalt im Wasser erneut aufzutragen. Zum Schutz vor den Sonnenstrahlen ist es zudem sinnvoll, eine Kappe zu tragen, auch ein T-Shirt schützt vor aggressiven UV-Strahlen.

Gut ist zudem, wasserfestes Pflaster im Gepäck zu haben für den Fall, dass Sie oder Ihr Kind sich an einem spitzen Stein oder einer Scherbe verletzen. Auch ein kleines Fläschchen zur Wunddesinfektion ist sinnvoll. Lassen Sie sich dazu in Ihrer Guten Tag Apotheke beraten. 

Und noch ein letzter Tipp: Um die Füße vor den oft spitzen Steinen am Ufer und im seichten Wasser zu schützen, eignen sich sogenannte Wasser- oder Aquaschuhe. Diese sind auch bei heißem Sand, dessen Temperatur manchmal 40 Grad Celsius erreicht, sehr nützlich.

Trendsport: Stand-up-Paddling (SUP)

Wachsender Beliebtheit an den Badeseen erfreut sich das Stand-up-Paddling (SUP). Hierbei steht, kniet oder sitzt man auf dem SUP-Board und sorgt mit einem Paddel für Fortbewegung. Dabei kommt man sehr schnell in tiefes Gewässer. Wer dann ins Wasser fällt, muss nicht einmal ein schlechter Schwimmer sein, um sich in Gefahr zu bringen. Denn der plötzliche Temperaturunterschied von der Hitze im Sonnenschein und dem kalten Wasser kann den Kreislauf stark belasten und sogar einen Herzstillstand hervorrufen. 

Für Nichtschwimmer ist die Gefahr natürlich noch viel größer, wenn sie in der Mitte des Sees vom Board fallen. Organisationen wie die DLRG warnen daher dringend davor, ohne Schwimmweste aufs Board zu gehen. Das gilt nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene. 

Eine gute Übersicht, worauf sie beim Kauf einer guten Schwimmweste achten sollten, finden Sie auf der Internetseite www.stand-up-paddling.org/supschwimmwesten.

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