Donnerstag, 18. Juli

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Gestresst? Warum dann 20 Minuten in der Natur helfen

©Alexandra Phillips/stock.adobe.com

Waren Sie heute schon im Garten, im Wald, im Park, einfach in einer Umgebung, die Ihnen das Gefühl von Natur vermittelt hat? Nein, dann sollten Sie es am besten schnell nachholen. Denn 20 bis 30 Minuten im Grünen reduzieren den Stress-Pegel deutlich. Zumindest kommen die Autoren einer Studie an der University of Michigan zu dem Ergebnis.

Ein kostenloses und natürliches Mittel gegen Stress

Hauptautorin MaryCarol Hunter spricht von einer Art Natur-Pille, weil es heilsam sei, sich in der Flora und Fauna aufzuhalten. „Wir wissen, dass es Stress reduziert, wenn wir uns in der Natur aufhalten. Aber bisher war unklar, wie viel genug ist, wie oft und von welchem Naturerlebnis wir am meisten profitieren“, erklärt die Professorin an der Michigan University. Das wollten die Wissenschaftler ändern.

So lief die Studie ab

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Die Voraussetzungen: 36 Stadtbewohner bekamen die Aufgabe, wöchentlich mindestens drei Mal für wenigstens zehn Minuten (jeweils) an die frische Luft zu gehen. Die Teilnehmer sollten die „Natur-Pille“ bei Tageslicht, frühestens eine Stunde nach dem Aufstehen, einnehmen und dabei auf Sport, Small Talk, Lesen, Internet, Social Media und Telefonate verzichten. Es ging darum, dass die Probanden die Flora und Fauna bewusst wahrnehmen sollten, am besten beim Sitzen, Verweilen oder Schlendern. Das Experiment ging über acht Wochen. Während dieser Zeit maßen die Forscher die Cortisol- und α-Amylaseausschüttung im Speichel. Cortisol gilt als Stresshormon. Und verschiedene Studien kommen zum Ergebnis, dass das Speichelenzym Amylase als Indikator für physischen und psychischen Stress herangezogen werden kann.

Die „Natur-Pille“: Faustregel für Mediziner

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Die Wissenschaftler nahmen insgesamt vier Mal Speichelproben – jeweils vor dem Aufenthalt in der Natur und danach. Durch das Design der Studie wollten die Autoren nicht nur den Lebensumständen jedes einzelnen Teilnehmer Rechnung tragen, sondern auch die täglichen Unterschiede des Stresspegels berücksichtigen. Die Daten zeigten, dass bereits eine 20-minütige Erfahrung in der Natur ausreichte, um den Cortisolspiegel signifikant zu reduzieren. 20 bis 30 Minuten sind der Analyse nach noch besser. Ein längerer Aufenthalt erzeugt zwar weitere „Entspannungsvorteile“, aber langsamer. Für MaryCarol Hunter sind die Ergebnisse der empirischen Studie eine Art Faustregel für Mediziner. Denn nun gebe es klare Anhaltspunkte, was die „Dosis der Natur-Pille“ angeht – und Einblicke in die Gestaltung von Städten und Wohlfühlprogrammen für die Öffentlichkeit.

Die Studie wurde im Fachmagazin Frontiers in Psychology veröffentlicht.

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