Montag, 20. Mai

Unser Körper

Wie unsere Verdauung funktioniert

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Was passiert mit dem Essen, nachdem wir es verzehrt haben? Und wie kommt es von oben nach unten? Der menschliche Verdauungsapparat ist eine sehr komplexe Maschine und wird oft unterschätzt. Es erfordert ein komplexes Zusammenspiel von einigen Abläufen, um die Nahrung vom Eingang zum Ausgang zu bringen. Wenn Sie sich auch schon immer gefragt haben, wie das eigentlich abläuft, sollten Sie jetzt weiterlesen. 

Verdauung – was bedeutet das? 

Unter Verdauung verstehen wir die mechanische Zerkleinerung der aufgenommenen Nahrung und deren Umwandlung in verwertbare Bausteine. Warum das Ganze? Nehmen wir Obst, Gemüse, Schokolade oder Saft zu uns, ist das Essen für den Körper kaum beziehungsweise gar nicht verwertbar. Erst der Verdauungsprozess sorgt dafür, dass die Lebensmittel in kleinere Bestandteile aufgespalten werden. So können sie in Lymphe oder Blut aufgenommen und schließlich in den Stoffwechsel eingeschleust werden. Dazu nutzt unser Körper ein Zusammenwirken von physikalischen, chemischen und enzymatischen Prozessen. Vereinfacht gesagt werden Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße aus der Nahrung in kleinere Verbindungen aufgespalten. Das erfolgt mithilfe von unterschiedlichen Enzymen. Die einzelnen Bestandteile der Nahrung werden dann unter anderem in verschiedene Zellstrukturen eingebaut oder auch in Energie umgewandelt. 

Verdauung beginnt im Mund 

Die Verdauung als solches beginnt tatsächlich bereits im Mund, sobald feste oder flüssige Nahrung konsumiert wird. Zunächst erfolgt eine mechanische Zerkleinerung durch die Zähne: Sie zermalmen und zerstampfen alles was ihnen zwischen die Finger kommt. Das, was jetzt vom Essen noch übrig ist, wird mit Speichel vermischt. Übrigens: Unsere drei Speicheldrüsen produzieren zwischen einem halben und einem Liter pro Tag. Darin enthalten sind bereits erste Verdauungsenzyme, die das Gekaute vorverdauen. Zunge und Wangen sind ebenso wichtige Helfer. Denn sie formen kleine, gut schluckbare Portionen, die wir runterschlucken. In der Speiseröhre wird die Portion über Kontraktionen der Muskulatur regelrecht in den Magen geknetet. 

Vom Magen aus nach unten 

Ist die Nahrung im Magen angekommen, wird sie vom oberen Magenabschnitt behutsam in den unteren befördert. Dort wird sie durchmischt und weiter zerkleinert. Dafür nutzt der Körper den Magensaft, der von Drüsen in der Magenschleimhaut produziert wird. Darin enthalten sind neben Salzsäure auch bestimmte Enzyme, die es unter anderem möglich machen, Eiweiße zu verdauen. Die Magenwand ist durch eine Schleimhaut vor der aggressiven Magensäure geschützt. Sonst würde sich der Magen einfach selbst verdauen. 

Der Darm: Etwa 200 Quadratmeter Fläche 

Danach gelangt der Speisebrei in den Darm. Er ist der wichtigste Teil des Verdauungstraktes und unterteilt in Dünn- und Dickdarm. Der menschliche Darm ist etwa acht Meter lang. Im Dünndarm angekommen, kommt der Brei mit weiteren Verdauungssäften in Berührung. So zum Beispiel mit der Gallenflüssigkeit aus der Leber und dem Saft aus der Bauchspeicheldrüse. Sie können sich den Dünndarm wie ein glattes Rohr vorstellen, durch das der Nahrungsbrei durchrutscht. Die Darmschleimhaut im Allgemeinen bildet zahlreiche Falten, die sogenannten Zotten. Dadurch entsteht eine Oberfläche von circa 200 Quadratmetern – das entspricht ungefähr der Größe eines halben Fußballfeldes. Über die Fläche können sämtliche Nährstoffe optimal aufgenommen werden. 

Verdauung: Wo sie endet 

Nachdem die meiste Spaltungs- und Verdauungsarbeit geleistet wurde, geht es weiter in den Dickdarm. Dort werden die Speisereste zu einer gleitfähigen Masse verarbeitet. Dieser Darmabschnitt liegt wie ein umgedrehtes U in Ihrem Bauch. Dort bleibt der Rest von Ihrem Essen 25 bis 30 Stunden. Die Prozesse vorher im Dünndarm können etwa sieben bis neun Stunden dauern. Und im Magen verweilt die Nahrung etwa ein bis drei Stunden. Frei nach dem Motto: Gut Ding will Weile haben. 

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