Dienstag, 22. Juni

Hilfe für die geplagte Verdauung

Mit Naturheilkraft Magen und Darm unterstützen

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Hektisches Essen, fette Speisen, Ärger oder Stress: Nicht selten gibt es dafür eine Quittung vom Verdauungsorgan und es schlägt uns auf den Magen. Jährlich registrieren Mediziner rund 70 Millionen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts – gut ein Drittel davon geht auf das Magen-Konto. Auch die genussreiche Weihnachtszeit mit den vielfältigsten Schlemmereien kann zu schaffen machen: Aus der Apotheke gibt es guten Rat, welche Heilpflanzen bei Magendrücken, Aufstoßen und Sodbrennen helfen.

Anis wirkte schon im alten Rom

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Schon im alten Rom waren die Samen der Anispflanze bei Magenbeschwerden bekannt: Ihre krampflösende, entspannende und auch leicht antibakterielle Wirkung lässt sich am besten als Tee nutzbar machen. Auch Kümmel oder Fenchel haben ähnliche positive Effekte. In der Apotheke gibt es auch Kräuterextrakte in Tropfenform – verbunden mit dem fachkundigen Rat, wie sie am besten einzunehmen sind und die beste Wirkung entfalten.

Pflanzenkraft hilft

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Die weißblühende bittere Schleifenblume wird fast komplett arzneilich genutzt – nur die Wurzeln bleiben außenvor. Ihre Bitterstoffe erleichtern die Verdauung und lindern das Völlegefühl: In der Apotheke gibt es den Wirkstoff in aller Regel als alkoholisch-wässrigen Frischpflanzenauszug. Curcuma, das Wurzelpulver der Gelbwurz, gilt seit Jahrhunderten als wichtiger Bestandteil der traditionellen indischen Medizin. Auch hierzulande erhält das Gewürz immer mehr Aufmerksamkeit – zu recht, gilt es doch als entzündungshemmend, wirkt gegen die zellschädlichen freien Radikalen, mindert das Risiko für Herz- und Gehirnerkrankung und soll auch in der Krebsprävention positive Effekte haben. Nicht zu vergessen ist aber auch die beruhigende Wirkung auf den Magen: Curcuma fördert nach Studien die Fettverdauung und verhindert dadurch Völlegefühl und Blähungen nach fettreichem Essen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt als Tagesdosis zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden drei Gramm der (gemahlenen) Wurzel oder entsprechende Zubereitungen.

Kamille als Tee oder Tropfen

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Zu den weltweit beliebtesten Heilpflanzen zählt die Kamille wegen ihrer heilungsfördernden, entzündungshemmenden und beruhigenden Wirkung. Als Tee getrunken, hilft sie gut bei Magenschmerzen, Sodbrennen und Gastritis. Für eine gute Qualität empfiehlt sich der Griff zu zertifizierten Produkten aus der Apotheke. Die dortige Arzneibuch-Qualität sichert zu, dass zwar alle Heilstoffe, aber keine Pflanzenschutzmittel enthalten sind. Auch Kräutertropfen aus der Apotheke sind gut wirksam – neben Kamille helfen auch Auszüge der Angelikawurzel. Bei Krämpfen wirken Pfefferminze und Kümmel entspannend: Die wohlige Wärme eines Kirschkernkissens oder einer Wärmeflasche verbunden mit sanfter Bauchmassage sollte ergänzend den Beschwerden schnell ein Ende bereiten.

Friedensangebot für sauren Magen

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Ein saurer Magen kann mit geraspeltem Süßholz wieder auf Friedenskurs gebracht werden: Die Wurzel der blau-violett blühenden Pflanze enthält entzündungshemmende, antibakterielle und krampflösende Wirkstoffe und kann beispielsweise als Tee oder in entsprechenden Zubereitungen angewendet werden. Die Süßholzwurzel hilft auch, überschüssige Magensäure zu neutralisieren. Unangenehmem Sodbrennen lässt sich mit Heilerde vorbeugen, die überschüssige Säure bindet und zudem Magenkeime reduziert: Ein bis zwei Teelöffel in Wasser aufgelöst etwa eine Stunde vor dem Essen getrunken hilft – Vorsicht bei der inneren Anwendung ist aber bei Nierenbeschwerden geboten. Kommt es in Folge zu reichlichen Essens zu Verstopfungen, können Gemüsesäfte helfen: Dazu eine Tasse Tomatensaft, eine Vierteltasse Möhrensaft und eine halbe Tasse Sauerkrautsaft ergeben eine gute Mischung, die Linderung bringt. Die Milchsäurebakterien des Sauerkrauts unterstützen zusätzlich die natürliche Darmflora.

Schnaps oder Cola eher nicht

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Zu den populären Irrtümern, die sich hartnäckig halten, gehört die Empfehlung, dass Schnaps oder Cola die Verdauung erleichtern sollen. Experten raten davon ab: Zwar entspannt der Alkohol den Magen und mindert dadurch subjektiv das Völlegefühl. Allerdings bewirkt er auch, dass die natürlichen Magenbewegungen zum Erliegen kommen, die den Mageninhalt weiter transportieren – das verzögert die Verdauung zusätzlich. Cola als Hausmittel bei Durchfall ist nicht sinnvoll – der Körper verliert durch den Durchfall sowieso schon viel Flüssigkeit sowie Kalium und Natrium. Das belastet das Kreislaufsystem. Hinzu kommt, dass das stark zuckerhaltige Getränk die Flüssigkeitsabgabe über die Nieren zusätzlich steigert. Besser ist es da, sich auf die heilende Kraft der Pflanzen zu verlassen und mit Ruhe der eigenen Genesung unter die Arme zu greifen.

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