Sonntag, 16. Juni

Tut nicht weh und kann Leben retten

Gute Gründe für das Hautkrebsscreening

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Die Krankenkassen schlagen Alarm: Die Anzahl der Hautkrebsdiagnosen steigt und gleichzeitig geht die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen wie dem Hautkrebsscreening zurück. Ein gefährlicher Trend. Denn auch für Hautkrebs gilt: Er ist gut behandelbar, vorausgesetzt, er wird frühzeitig erkannt.

Hautkrebs ist mit rund 300.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Besonders kritisch: Die Zahl der Todesfälle steigt. So ist beispielsweise die Zahl der auf Hautkrebs basierenden Todesfälle in Baden-Württemberg in der Zeit von 2001 bis 2021 um 45 Prozent gestiegen. Dagegen ist die Zahl der Menschen, welche die Hautkrebsvorsorgeuntersuchung, das sogenannte „Hautkrebs-Screening“, in Anspruch nehmen, gesunken und liegt in Baden-Württemberg unter 20 Prozent. Andere Bundesländer melden ähnlich niedrige Zahlen.

Hohe Heilungschancen bei regelmäßigem Hautkrebsscreening

Nadia Mussa, Leiterin der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg, appelliert deshalb an die Menschen, unbedingt die Vorsorgeuntersuchung in Anspruch zu nehmen. „Besonders der weiße Hautkrebs, aber auch das gefährlichere maligne Melanom sind gut behandelbar, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt wird“, sagt sie. Die Zurückhaltung der Menschen in Bezug auf das Hautkrebs-Screening ist unverständlich. Denn die Untersuchung kostet nicht viel Zeit (etwa 15 Minuten) und tut auch nicht weh.

Gesetzlich Versicherte haben ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebsscreening, einige Versicherungsgesellschaften bieten diese Leistung aber auch schon deutlich früher an. Es sollte auch nicht schwierig sein, einen passenden Arzt zu finden. Mehr als 40.000 Ärzte haben sich in Deutschland für das Screening qualifiziert – übrigens nicht nur Haut-, sondern auch viele Hausärzte – also in Ihrer Hausarztpraxis einfach mal nachfragen.

So läuft das Hautkrebsscreening ab

Ziel des Hautkrebsscreenings ist es, schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) sowie hellen Hautkrebs (Basalzell-und Plattenepithelkarzinom) möglichst schon im Frühstadium zu entdecken. Wie nun geht diese Untersuchung vonstatten? Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erfragt zunächst Ihre Krankengeschichte (Anamnese) und untersucht anschließend Ihre gesamte Haut auf auffällige Stellen. Dazu ziehen Sie sich komplett aus, was zugegebenermaßen von dem einen oder der anderen ein wenig Überwindung erfordert. Aber Ihre Gesundheit sollte Ihnen dieser kleine Sprung über Ihren Schatten wert sein. Und den Hautarzt oder die Hautärztin interessiert es ohnehin nicht, ob sie ein paar Pfunde zu viel auf den Hüften haben.

Oft bleibt die Untersuchung ohne Befund und Sie können erleichtert die Praxis verlassen. Entdeckt der Arzt aber eine verdächtige Stelle, sichert eine Gewebeprobe (Biopsie) die Diagnose. Diese Gewebeprobe darf übrigens nur der Hautarzt, nicht der Hausarzt durchführen. Deshalb wird der Hausarzt, sobald er eine auffällige Stelle entdeckt, den Patienten immer an einen Dermatologen überweisen.

Operation unter örtlicher Betäubung

Bei der Diagnose „heller Hautkrebs“ empfiehlt der Arzt in der Regel, die erkrankten Teile der Haut operativ zu entfernen. Hierbei ist meist eine örtliche Betäubung ausreichend. Beim Verdacht auf schwarzen Hautkrebs, also auf das maligne Melanom, operiert der Arzt in der Regel sofort und untersucht danach das herausgeschnittene Gewebe. Wenn sich dabei der Verdacht auf das maligne Melanom bestätigt, erfolgt in den meisten Fällen ein zweiter Eingriff, um wirklich alle erkrankten Zellen zu entfernen.

Übrigens: Sollten Sie Auffälligkeiten an Ihrer Haut feststellen – zum Beispiel eine Veränderung an einem Muttermal -, dann ist es natürlich ratsam, zeitnah einen Termin in der Hautarztpraxis machen, auch wenn Sie jünger als 35 Jahre alt sind oder die zwei Jahre seit dem letzten Screening noch nicht vorbei sind.

Hier können Sie das 9-seitige Faltblatt „Hautkrebs erkennen. Informieren. Nachdenken. Entscheiden.“ herunterladen.

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