Montag, 09. Dezember

Neues aus der Wissenschaft

Blutkrebs? Neuer Test erkennt frühzeitig, ob er zurück ist

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Die Knochenmark-Transplantation war erfolgreich. Trotzdem kehrt etwa bei jedem dritten Patienten Blutkrebs zurück. Die Gefahr: Der erneute Ausbruch wird oft zu spät erkannt. Ein neuer Bluttest kann das jetzt ändern: Er enttarnt den Krebs schnell und zuverlässig laut Angaben des Bundesforschungsministeriums (BMBF).

Früherkennung verbessert

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Bricht der Krebs erneut aus, spricht man von einem Rezidiv. „Für den Therapieerfolg ist es wichtig, dieses erneute Aufflammen der Erkrankung möglichst früh zu erkennen. Denn dann können die behandelnden Ärzte die Krebszellen effektiv bekämpfen, bevor sie sich im Körper ausgebreitet haben“, erläutert Katharina Fleischhauer in einer Mitteilung des BMBF. Die Krebsforscherin leitet das Institut für Zelltherapeutische Forschung am Universitätsklinikum Essen. Gemeinsam mit Dietrich Beelen, dem Direktor der Klinik für Knochenmark-Transplantation am Universitätsklinikum Essen, hat sie in einem vom Bundesforschungsministerium geförderten Forschungsprojekt ein neues Verfahren entwickelt, das die Früherkennung verbessert.

Worauf basiert der Blutkrebs-Test?

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Damit eine Knochenmark-Transplantation als Therapie von Leukämie erfolgreich ist, muss die Membran der Krebszelle ein bestimmtes Eiweiß enthalten, das humane Leukozyten Antigen, kurz HLA. Ist dies der Fall, werden sie von den gesunden Blutzellen des Knochenmarkspenders erkannt und zerstört. Das Problem: Einige Krebszellen bauen das HLA nach der Transplantation nicht mehr in ihre Hülle ein – und werden dadurch von den gesunden Spender-Zellen nicht bekämpft. Die Folge: Der Krebs flammt erneut auf. Diese Art des Krankheitsrückfalls ist als „HLA-Verlust“ Rezidiv bekannt.

Warum jetzt der neue Test?

Bisher konnte der Rückfall erst in einem späten Stadium erkannt werden. Denn die Blutprobe musste bislang sehr viele Krebszellen aufweisen, um eine Diagnose stellen zu können. Das von der Gruppe um Fleischhauer und Beelen – in Zusammenarbeit mit Kollegen aus Dresden sowie internationalen Experten – entwickelte neue Testverfahren macht nun eine frühe Diagnose des HLA-Verlust Rezidivs möglich.

Eine Blutprobe – ein Test – ein Ergebnis

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Der Test basiert auf einer etablierten Methode der Molekularbiologie: der quantitativen Polymerase Kettenreaktion, kurz qPCR. Damit wird im Labor das Erbgut von Zellen analysiert. Mittels einer einfachen Blutprobe können Patienten- und Spender-spezifische HLA Gene untersucht und charakterisiert werden.

„Wir haben mit diesem Test die Möglichkeit geschaffen, schnell und zuverlässig zu bewerten, ob sich ein HLA-Verlust Rezidiv entwickelt hat oder nicht“, sagt Katharina Fleischhauer. Für den behandelnden Arzt ist diese Information wichtig, da sie bei der Wahl für die beste Behandlungsmöglichkeit des Rezidivs eine wichtige Rolle spielt. Die Methode steht bereits für die klinische Routine zur Verfügung.

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