Donnerstag, 18. Juli

Allergien bei Kindern

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Allergische Erkrankungen zählen bei Kindern und Jugendlichen zu den am häufigsten auftretenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Lesen Sie hier, wie man sie erkennt und wie man sein Kind schützen kann.

Eine Studie des Robert Koch-Instituts zeigt: Mehr als 2,1 Millionen Kinder leben hierzulande mit Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma. Das sind drei der häufigsten Erkrankungen aus dem allergischen Formenkreis im Kindesalter. Doch oft ist es schwierig, eine Allergie zu erkennen. Denn die Beschwerden können auch auf andere Erkrankungen hindeuten.

Die 5 häufigsten Allergien in Deutschland

  • Pollenallergie (Heuschnupfen)
  • Hausstauballergie
  • Tierhaarallergie
  • Lebensmittelallergie
  • Kontaktallergie/Kosmetikallergie (direkter Kontakt mit bestimmten Stoffen)

Diese Anzeichen könnten für eine Neurodermitis sprechen

Charakteristisch für Allergien im Kindesalter ist, dass sich die Erkrankungen im Verlauf verändern und wieder verschwinden können. Letzteres gilt insbesondere für Neurodermitis. Sie wird am häufigsten bei Kindern nach der Geburt bis zum Alter von zwei Jahren entdeckt. In der Regel bildet sich zu Beginn der Erkrankung im Gesicht, an den Armen und Beinen ein krustiger, schorfiger Hautausschlag, der auch als Milchschorf bekannt ist. Später wird die Haut rot, nässt und juckt stark.

So kann sich Heuschnupfen bemerkbar machen

„Pollen von Frühblühern wie Birke oder Erle fliegen oft schon im Januar oder Februar“, weiß die Allergologin und Kinderärztin Barbara Mühlfeld aus Bad Homburg, „das ist auch die klassische Zeit für Erkältungskrankheiten.“ Deshalb wird Heuschnupfen oft erst spät erkannt. Die Barmer Ersatzkasse empfiehlt aufmerksam zu werden, wenn laufende Nase und gerötete Augen nicht nach den üblichen drei bis vier Tagen, die für eine Erkältung typisch sind, verschwinden. Dann könnten eine Allergie dahinterstecken. Bleibt der Heuschnupfen unbehandelt, kann sich die Erkrankung zu einem allergischen Asthma weiterentwickeln.

Das können erste Anzeichen für Asthma sein

Bei der allergischen Form des Asthma bronchiale reagieren die unteren Atemwege überempfindlich auf verschiedene Allergie-Auslöser, wie beispielsweise Tierhaare, Hausstaub oder Luftschadstoffe. Betroffene Kinder haben zum Beispiel Husten und über Luftnot.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen

„Bemerken Eltern bei ihrem Kind Symptome, die zu einer Allergie passen, sollten sie unbedingt einen Allergietest beim Arzt durchführen lassen,“ so Mühlfeld. Es gibt dafür kein Mindestalter. Je eher eine Allergie festgestellt wird, desto früher können Ärzte und Eltern Gegenmaßnahmen einleiten. Eine Studie des Robert Koch-Instituts zeigt: Mehr als 2,1 Millionen Kinder leben hierzulande mit Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma. Das sind drei der häufigsten Erkrankungen aus dem allergischen Formenkreis im Kindesalter. Doch oft ist es schwierig, eine Allergie zu erkennen. Denn die Beschwerden können auch auf andere Erkrankungen hindeuten.

Wie kann ich mein Kind vor einer Allergie schützen?

Nach Angaben des Helmholtz-Instituts in München hat jeder Mensch ein gewisses Grundrisiko, an einer Allergie zu erkranken. Kommen bereits Allergien in der Familie vor, ist dieses Risiko noch einmal erhöht. Nichtsdestotrotz ist es möglich, gezielt vorzubeugen. So empfiehlt beispielsweise die aktuelle Leitlinie zur Allergieprävention den regelmäßigen Verzehr von fettreichem Meeresfisch in der Schwangerschaft, um das Ungeborene vor Allergien zu schützen.

Darmbakterien als Schutz vor Allergien

Es gibt auch Experten, die empfehlen, dass Frauen während der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr des Kindes bestimmte in der Apotheke erhältliche Darmbakterien einnehmen, um ihr Kind vor Allergien zu schützen. Damit soll selbst bei durch beide Eltern vorbelasteten Kindern das Auftreten von Allergien, Neurodermitis und Asthma zu 80 Prozent verhindert werden können. Das Helmholtz-Institut weist allerdings darauf hin, dass es für die Einnahme von Prä- und Probiotika in der Schwangerschaft hinsichtlich der Allergie-Schutzwirkung für das ungeborene Kind keine wissenschaftlich belegten Nachweise gibt.

Naturjoghurt als „Geheimwaffe“

Der Gesundheit von Mutter und ungeborenem Kind förderlich ist aber sicherlich der Verzehr von Naturjoghurt. Einer finnischen Studie zufolge hatte der Konsum von Naturjoghurt gegen Ende der Schwangerschaft zur Folge, dass zwei Jahre später nur halb so viele Kinder wie in einer Vergleichsgruppe eine Neurodermitis entwickelt hatten. Einig sind sich alle Experten, dass Frauen in der Schwangerschaft und auch danach nicht rauchen sollten. Säuglinge sollten vier Monate lang voll gestillt werden oder – sollte das nicht möglich sein – hypoallergene Säuglingsnahrung erhalten.

Übertriebene Hygiene unnötig

Bei der Beikosteinführung müssen keine speziellen Verbote eingehalten werden. Grundsätzlich gilt: Eine übertriebene Hygiene ist zur Vorbeugung von Allergien nicht notwendig. Es gibt sogar Hinweise, dass sich eine Umgebung mit vielfältigen Mikroorganismen, wie sie zum Beispiel auf einem traditionellen Bauernhof vorzufinden sind, das Risiko für eine Allergie senken.

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