Samstag, 08. Mai

Neues aus der Wissenschaft

Roter Ginseng kann bei Lungenkrebs helfen

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Die Ginseng-Wurzel wird schon seit Jahrtausenden sowohl in der traditionellen chinesischen als auch in der koreanischen Medizin als Heilmittel verwendet. Koreanische Wissenschaftler haben nun ein neues Verarbeitungsverfahren entwickelt: Zwei auf diesem Wege gewonnene Bestandteile des roten Ginsengs können nach Erkenntnissen der Forscher die Metastasenbildung bei Lungenkrebs verringern.

Anregend, aufbauend und beruhigend

Ginseng ist ein sogenanntes „Adaptogen“, das – dem Körper zugeführt – diesen in die Lage versetzt, sich besser gegen störende und krankmachende Außeneinflüsse zu schützen beziehungsweise sich besser auf entsprechende Belastungen einzustellen. Dabei wirkt Ginseng als Tonikum sowohl anregend und aufbauend, aber auch beruhigend. Der wichtigste Ort, an dem die Hauptwirkstoffe der Wurzeln, die Ginsenoside, ansetzen dürfte, ist der Hypothalamus im Zwischenhirn – der Bereich, von dem aus zentral alle hormonellen und neuronalen Prozesse gesteuert werden.

Mehr als 20-fache Konzentration

Die Forscher des Korea Institute of Science and Technology (KIST) um den Wissenschaftler Jungyeob Ham hat ein neues Mikrowellen-Verarbeitungsverfahren für den Ginseng entwickelt, das auf dem gleichen Prinzip wie ein Mikrowellenherd basiert: Damit konnten die beiden Bestandteile Rk1 und Rg5 nutzbar gemacht werden. Im Vergleich mit den bereits bestehenden Verarbeitungsmethoden (zum Beispiel wiederholtes Dämpfen und Trocknen) erhöht sich die Konzentration der drei aktiven Hauptbestandteile Rg3, Rk1 und Rg5 um mehr als das Zwanzigfache, so das Ergebnis der Studie.

Bildung von Metastasen

Anders als normale Zellen, die absterben, wenn sie von ihrem ursprünglichen Gewebe getrennt werden, können sich Krebszellen auf anderes Gewebe ausbreiten und Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden. Das Protein TGF-1, eine Signalsubstanz, ruft bei Lungenkrebs eine Metastasen-Bildung hervor und fördert die Entwicklung von stammzellenähnlichen Eigenschaften bei Krebszellen.

Krebszellen behandelt

Die KIST-Forscher behandelten Lungenkrebszellen mit Rk1 und Rg5 und wiesen nach, dass beide Bestandteile effektiv verschiedene Prozesse in Verbindung mit der Metastasen-Bildung unterbanden, die von TGF-1 eingeleitet werden. Details haben die südkoreanischen Wissenschaftler im „Journal of Ginseng Research“ veröffentlicht.

Breite Wirksamkeit

Das Team hat bereits nachgewiesen, dass roter Ginseng, der der auf diese Weise aufbereitet wurde, auch bei Prostata-, Gebärmutterhals- und Hautkrebs wirken kann. Auch konnten die Wissenschaftler eine Schutzwirkung gegen Nierenschäden belegen, die durch Medikamente verursacht worden ist.

Mehrwöchige Einnahme

Bei allen möglicherweise positiven Effekten sollte grundsätzlich beachtet werden, dass sich gewünschte Verbesserungen wenn dann erst nach einer mehrwöchigen Einnahme entsprechender Ginseng-Präparate einstellen. Hierbei spielt die Qualität eine entscheidende Rolle und die sogenannte Bioverfügbarkeit, also wie schnell und in welchem Umfang ein Arzneimittel aufgenommen wird und am Wirk-Ort zur Verfügung steht. Besonders hochwertige Präparate gibt es zum Beispiel in der Apotheke – verbunden mit einem Plus an Beratungskompetenz. Denn wer beispielsweise Diabetes oder hohen Blutdruck hat, sollte Zubereitungen aus Ginseng nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen: Bestimmte Inhaltsstoffe der Wurzel können die Blutgerinnung verändern. Und auch Kaffeetrinker und Genießer anderer koffeinhaltiger Getränke sollten vorsichtig sein, da Ginseng die Effekte im Körper verstärken kann.

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Bei allen Fragen rund um die angemessene Dosierung, die richtige Anwendung und auch unerwünschte Ginseng-Effekte stehen Ihnen die kompetenten Gesundheits-Experten Ihrer Guten Tag Apotheke gerne mit Rat und Tat zur Seite – natürlich auch bei allen anderen Anliegen rund um Ihr persönliches Wohlergehen. Bei Bedarf lotst Sie der Apotheken-Finder zur richtigen Adresse ganz in Ihrer Nähe.