Am 5. April ist Ostern. An diesem Tag feiern Christen in aller Welt die Auferstehung Christi. Wir nehmen das höchste christliche Fest zum Anlass, der Frage nachzugehen, ob es eine Beziehung zwischen Religion und Glaube auf der einen und Gesundheit auf der anderen Seite gibt. Mit anderen Worten lautet die Frage: Macht und hält religiöser Glaube gesund?
Wer in den gängigen Suchmaschinen im Internet die Begriffe „Glaube und Gesundheit“ eingibt, wird vermutlich erstaunt sein, wie viele Treffer ihm angezeigt werden. Vor allem Wissenschaftler und andere Experten in den USA haben sich mit diesem Thema befasst. Einer von ihnen: der Arzt und Medizinprofessor Dale A. Matthews. Bereits im Jahr 2000 erschien sein Buch „Glaube macht gesund. Spiritualität und Medizin“ (auf deutsch nur noch im Antiquariat z.B. bei Medimops erhältlich). Der Arzt und Medizinprofessor schreibt darin, er habe in seiner medizinischen Tätigkeit „häufig beobachtet, mit welcher Kraft der Glaube und die lebendige religiöse Überzeugung dazu beitragen können, dass jemand gesund bleibt, sich von einer Krankheit erholt oder mit dem Kranksein zurechtkommt“.
Auch im deutschsprachigen Raum wird der mögliche positive Zusammenhang von Religion und Glauben mit subjektivem Wohlbefinden, Gesundheitsförderung und Krankheitsbewältigung seit einigen Jahren intensiver erforscht und diskutiert. Der Theologe Prof. Dr. Klaus Baumann von der Uni Freiburg hat sich intensiv mit dieser Thematik befasst. In seinem bereits 2008 veröffentlichen Aufsatz „Macht Glaube gesund? Zum Effekt religiösen Glaubens in Prävention und Krankheitsbewältigung“ schreibt er: „Forschungsergebnisse zur Korrelation von Religiosität und verschiedenen Aspekten psychischer Gesundheit zeigen fast durchgängig gesundheitspositive Zusammenhänge für subjektives Wohlbefinden, Hoffnung und Optimismus, Selbstwertgefühl, Sinnerfüllung, soziale Unterstützung, Einsamkeitsgefühle, Depressivität, Suizid, Angststörungen, Schizophrenie und andere Psychosen, Alkohol- und Drogenkonsum, Delinquenz, Beziehungsstabilität bei Ehepaaren.
Ähnlich verhält es sich mit der körperlichen Gesundheit:
Bei Herzerkrankungen, Bluthochdruck (unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Körpergewicht, Rauchen), hirnorganischen Erkrankungen, Störungen des Immunsystems, Krebs, Behinderung und Schmerzen ergeben fast alle Studien eine signifikante, wenn auch schwache positive Korrelation zwischen Religiosität und Gesundheit.“ Interessant sind auch die Ergebnisse einer amerikanischen Langzeitstudie aus den 1990er Jahren, die eine um bis zu sieben Jahre höhere Lebenserwartungen von regelmäßigen Gottesdienstbesuchern im Vergleich zu Probanden festgestellt hat, die nicht an Gottesdiensten teilnahmen.
Der wesentliche Grund für diese positive Wirkung von Religiosität auf Gesundheit bzw. Krankheitsbewältigung liegt Experten zufolge nicht in irgendeinem „göttlichen Wirken“, sondern schlicht und ergreifend im Verhalten der Menschen. So erklärt der Theologe Baumann die „gesundheitsgünstige Wirksamkeit von Religion/Religiosität“ damit, dass die (christliche) Religion die Menschen zu einem „günstigeren Gesundheitsverhalten“ motiviere, also zu weniger Rauchen, Alkohol und Drogenkonsum und weniger riskantem Sexualverhalten. Weitere Faktoren sind das Gemeinschaftserlebnis durch Gottesdienstbesuche und eine lebendige Kirchengemeinde, was vor allem bei älteren Menschen ein Schutz gegen krankmachende oder krankheitsfördernde Einsamkeitsgefühle ist.
Auch Trost sowie das Empfinden, in der Welt aufgehoben zu sein und Sinn zu erleben, wirken sich förderlich auf die körperliche und psychische Gesundheit aus. Allerdings: Religiosität ist nicht per se gesundheitsfördernd. Es kommt auf die Inhalte an. So gibt es Religionen, die Krankheiten als Strafe oder Prüfung Gottes betrachten. „Viele Menschen haben Vorstellungen, die nur bedingt mit dem biomedizinischen Verständnis kompatibel sind“, sagt Kevin Becker von der Uni Bonn. Diese Einstellung hat Auswirkung auf die ärztliche Behandlung, besonders auch auf die Prävention. Impfkampagnen etwa setzen häufig voraus, dass Menschen naturwissenschaftliche Erklärungen teilen. Wer Krankheiten jedoch als Ausdruck spiritueller Kräfte sieht, den erreichen solche Botschaften anders.
Fazit Macht religiöser Glaube also gesund?
„Zusammenfassend kann ein konsistent signifikanter, auf niedrigem Niveau positiver Zusammenhang zwischen körperlicher und psychischer Gesundheit mit persönlich gelebter Religiosität festgehalten werden“, stellt Prof. Baumann von der Uni Freiburg fest. Allerdings ist eines sicher: Wunder sollte man nicht erwarten. Auch gläubige Christen und Angehörige anderer Religionen bekommen Krebs und einen Herzinfarkt. Der wesentliche Punkt ist wohl der, dass gläubige Menschen in der Regel einfach gesünder leben. Also sich nicht nur gesünder ernähren und auf Gifte wie Alkohol, Zigaretten und Drogen verzichten, sondern sich in einer Gemeinschaft mit anderen Menschen aufgehoben fühlen („Glaubensgemeinschaft“) und ihnen der Glaube auch psychisch Halt und Sinn gibt.
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