Samstag, 31. Oktober

Neues aus der Wissenschaft

Kaffee? Erst nach dem Frühstück

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Gääähn – die Nacht war kurz. Was liegt da nahe? Nach dem Aufstehen erstmal direkt einen schönen, starken Kaffee zu trinken, um wach zu werden. Allerdings scheint das keine gute Idee zu sein. Denn das koffeinhaltige Heißgetränk vorm Frühstück zu sich zu nehmen, bringt offenbar den Blutzuckerspiegel negativ durcheinander. Zu dem Ergebnis kamen jetzt Forscher der Univerity of Bath.

Besser erst frühstücken – und dann einen Kaffee

Gleichzeitig fand das Forscherteam des Centers for Nutrition, Exercise & Metabolism heraus, dass eine Nacht, in der wir schlecht geschlafen haben, unseren Stoffwechsel scheinbar nicht negativ beeinflusst. Anders als die Tasse Kaffee. Sie kann uns zwar die Müdigkeit nach einer Nacht, in der wir schlecht geschlafen haben, nehmen. Aber durch die Kombination aus beidem kann unser Körper den Zucker im Frühstück schlechter tolerieren und verstoffwechseln – wenn wir sie vorher genießen. „Einfach ausgedrückt ist die Kontrolle über unseren Blutzucker beeinträchtigt, wenn unser Körper am Morgen als erstes mit Kaffee in Berührung kommt, insbesondere nach einer Nacht mit Schlafstörungen. Wir könnten dies verbessern, indem wir zuerst essen und später Kaffee trinken, wenn wir das Gefühl haben, dass wir ihn immer noch brauchen. Das zu wissen kann wichtige gesundheitliche Vorteile für uns alle haben“, schildert Professor James Betts, stellvertretender Direktor des Centers for Nutrition, Exercise & Metabolism. Denn ein zu hoher Blutzuckerspiegel könne schließlich Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Krankheiten begünstigen.

Schlechter Schlaf wirkt sich nicht auf den Blutzucker aus

Wie die Forscher auf die Ergebnisse gekommen sind? Für ihre Studie baten die Physiologen der Universität Bath 29 gesunde Männer und Frauen, an drei verschiedenen Experiment-Nächten in zufälliger Reihenfolge teilzunehmen:

  1. Mal durften die Männer und Frauen normal schlafen und bekamen morgens ein zuckerhaltiges Getränk als Stellvertreter fürs Frühstück.
  2. In einer anderen Nacht wurden sie jede Stunde für jeweils fünf Minuten geweckt und erhielten das gleiche Getränk nach dem Aufstehen.
  3. Im dritten Versuchsmodell wurde ihr Schlaf wieder gestört. Doch am Morgen tranken die Probanden erst einen Kaffee und eine halbe Stunde später das glukosehaltige Getränk.

In jedem dieser Tests wurden Blutproben von den Teilnehmern genommen, nachdem sie das Glukosegetränk zu sich genommen hatten.

Glukosewert um 50 Prozent erhöht: Kaffee-Trink-Verhalten überdenken

Egal, ob gut geschlafen oder nicht: Die Insulinreaktion auf das zuckerhaltige Getränk blieb gleich. Anders sah die es aus, wenn die Probanden nach einer schlechten Nacht vorher den Kaffee getrunken hatten. Der Glukosewert war dann um 50 Prozent erhöht. Der leitende Forscher Harry Smith vom Bather Gesundheitsministerium rät deshalb: Wir sollten versuchen, unser Bedürfnis nach stimulierendem Kaffee und dem Risiko des erhöhten Blutzuckerspiegels stärker miteinander abzuwägen und besser in Einklang zu bringen. Sprich: Das koffeinhaltige Heißgetränk zum Beispiel erst nach dem Frühstück zu uns nehmen.

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