Montag, 03. Oktober

Können Pillen schlau machen?

Gehirndoping – Leistungsfähigkeit natürlich steigern

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„Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen“, heißt ein alter Spruch. Aber stimmt er auch? Wäre es nicht schön, wenn wir morgens einfach eine Tablette schlucken würden und das Gehirn daraufhin einen genialen Geistesblitz nach dem nächsten abfeuert? Lästige Schreibtisch-Aufgaben erledigt man in der Hälfte der Zeit und Geburts- und Hochzeitstage kann man sich mühelos merken. Auch manche Studenten hoffen zu Prüfungszeiten auf einen Konzentrations-Kick mit Hilfe von Medikamenten. Die Frage lautet: Können wir die Denkfähigkeit dopen? Antworten finden Sie jetzt hier. 

Was ist Gehirndoping?

Wenn die geistige Leistungsfähigkeit kurzfristig mit Hilfe von natürlichen oder chemischen Substanzen gesteigert werden soll, spricht man vom Gehirndoping. Das klingt fast schon verwerflich oder illegal. Deshalb sprechen Experten lieber von Neuroenhancement. Wie beim Sport gibt es auch bei der geistigen Leistungsfähigkeit legale und illegalen Methoden, seine Leistungen zu steigern. Allerdings: „Eine Wunderpille gibt es nicht. Oft zeigen die Medikamente nur kurzfristige und minimale Effekte auf die kognitive Leistungsfähigkeit“, sagt Professor Dr. Klaus Lieb, Facharzt und Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz.

Gehirndoping: Hände weg von Ritalin und Co. 

Beispiel Ritalin, ein Medikament, das im Zusammenhang mit der Therapie gegen ADHS bekannt wurde. Das verschreibungspflichtige Medikament basiert auf dem amphetaminartigen Wirkstoff Methylphenidat, der dem Betäubungsmittelgesetzt (BtMG) unterliegt. Wegen seiner anregenden Wirkung zur Vertreibung von Müdigkeit und zur Aufmerksamkeitssteigerung steht es hoch im Kurs. Vor allem bei Studierenden vor Prüfungen, bei Menschen in kreativen Berufen oder auch bei Jungmanagern, die auf der Karriereleiter schnell nach oben kommen wollen. Da Ritalin legal nur auf ärztliche Verordnung zu bekommen ist, blüht der Schwarzmarkt. Wer das Mittel ohne ärztliche Verordnung nimmt, geht ein hohes gesundheitliches Risiko ein. Denn die Nebenwirkungen sind enorm und reichen bis zu erhöhter Aggressivität, Angstzuständen, Wahnvorstellungen und sogar zum plötzlichen Tod. Verbreitet ist auch das Aufputschmittel Modafinil, ein Medikament gegen Narkolepsie (Schlafkrankheit).

Können Tabletten den IQ steigern?

Doch genauso wenig wie man aus einem Ackergaul ein Rennpferd machen kann, wird durch die Einnahme von Medikamenten aus einem Tölpel ein Einstein. Es gibt zwar Mittel, welche die Konzentration und das Gedächtnis verbessern. Wirklich schlauer machen sie einen aber nicht: Ein Präparat, das kognitive Fähigkeiten bei einem Menschen über die genetische Veranlagung hinaus steigert, wurde bisher noch nicht entwickelt. Zu den kognitiven Fähigkeiten zählen unter anderem Aufmerksamkeit, Erinnerung, Lernen, Kreativität oder Orientierung.

Tut dem Gehirn gut – und ist legal

Dennoch kann man auf ganz legalem Wege dafür sorgen, dass das eigene Gehirn optimal arbeiten kann. Dazu gehört natürlich vor allem eine solide Lebensweise mit einer gesunden Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung. Zudem sind Forschern bestimmten Nährstoffen und sekundären Pflanzenstoffen auf die Spur zu kommen, die das geistige Allgemeinbefinden verbessern. Citicolin zum Beispiel wird im Körper zu dem Neurotransmitter Acetylcholin umgewandelt. Es beschleunigt die Reizweiterleitung zwischen Synapsen im Gehirn. Das wiederum fördert die Denkleistung, die Konzentration und das Gedächtnis. Citicolin kommt in Lebensmitteln wie Milch, Eiern, Leber und Erdnüssen vor.

Noch mehr Nährstoffe fürs Hirn

Auch andere Nährstoffe fördern die Gehirnleistung, zum Beispiel Pflanzenstoffe (Ginkgo, Brahmin, Rosenwurz), Vitamine (B12), Mikronährstoffe (Zink), Fettsäuren (Omega 3). Klassische „Wachmacher“ wie Koffein, Grüner Tee oder Guarana können ebenfalls den Nebel im Hirn lichten. Wem das alles zu kompliziert ist, der wende sich vertrauensvoll an das Team seiner Guten Tag Apotheke. Denn viele der hier erwähnten Wirkstoffe gibt es als Nahrungsergänzungsmittel. Lassen Sie sich ausführlich beraten.

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