Sonntag, 22. September

Ernährung

Fettarmes Essen – langes Leben?

©artmim/stock.adobe.com

Es gibt viele gute Gründe, sich fettarm zu ernähren. Die Hoffnung allerdings, durch fettarme Kost auch länger zu leben, sollte man nicht haben. Das zumindest ist das Ergebnis einer PURE*-Studie, für die 135.335 Menschen aus 18 Ländern in sieben Regionen der Welt beobachtet wurden. Auch die Empfehlung, möglichst wenig gesättigte Fettsäuren zu konsumieren, habe demnach keine lebensverlängernden Auswirkungen. Bestätigt wurde hingegen, dass die hohe Zufuhr von Kohlenhydraten das Sterberisiko um 28 Prozent erhöht.

Andere Experten – andere Meinung

Die Autoren der PURE-Studie zogen den Schluss, dass die „weltweiten Ernährungsrichtlinien angesichts dieser Erkenntnisse überdacht werden sollten.“ Speziell die Einschränkungen des Fettkonsums sollten aufgehoben und der Kohlenhydratverzehr hingegen reduziert werden. Viele andere Experten können diese Schlüsse nicht nachvollziehen. Für Professoren der Universität Hohenheim lässt die Studie aufgrund von Methodik und Ergebnissen solch weitreichende Schlüsse gar nicht zu. In ihrer Stellungnahme heißt es, dass vielmehr die Versorgung mit Mikronährstoffen entscheidend ist. Dafür sei der Anteil an Kohlenhydraten und gesättigten Fetten in der Ernährung lediglich ein Indikator für die Qualität der Ernährung. „Mit steigender Armut nimmt der Anteil an Kohlenhydraten deutlich zu und der von Lebensmitteln tierischen Ursprungs, vor allem von Fleisch und Fleischprodukten, ab. Denn stärkehaltige Produkte wie Reis, Mais, Weizen, Kartoffeln oder Cassava sind preisgünstig und sättigen“.

* *Prospective Urban Rural Epidemiology