Die Osterzeit steht vor der Tür – und mit ihr viele kulinarische Verlockungen: Heringssalat an Karfreitag, Hefezopf, knuspriger Braten und ein Glas Bier am Ostersonntag. Doch was für die meisten Menschen pure Genussmomente sind, kann bei anderen zu höllischen Schmerzen führen. Etwa ein bis zwei Prozent der Bevölkerung leidet an Gicht – einer Stoffwechselerkrankung, die sich gerade nach üppigen Mahlzeiten schmerzhaft bemerkbar macht.
Wenn purinreiche Lebensmittel (s. Kasten) und alkoholische Getränke die Harnsäurewerte im Blut ansteigen lassen, lagern sich nadelspitze Harnsäurekristalle in den Gelenken ab – besonders gerne im Grundgelenk der großen Zehe. Das führt meist nachts oder in den frühen Morgenstunden zu heftigen Schmerzattacken: Das betroffene Gelenk schwillt an, wird heiß und färbt sich rötlich-blau. Selbst die Berührung einer Bettdecke kann zur Tortur werden, oft kommt Fieber dazu.
Gicht ist Männersache
Männer tragen ein fünffach höheres Gicht-Risiko als Frauen und erkranken auch früher. Während die ersten Attacken bei Männern oft schon ab 40 Jahren auftreten, sind Frauen meist erst nach den Wechseljahren betroffen. Der weibliche Hormonhaushalt schützt bis zur Menopause.
Schnelle Hilfe ist entscheidend
Bei einem Gichtanfall heißt es: Sofort zum Arzt! Denn je schneller die Behandlung beginnt, desto besser lässt sich eine Chronifizierung mit Zerstörung des Gelenkknorpels, der Knochen oder der Sehnen verhindern. Zur Therapie werden entzündungshemmende Schmerzmittel (z.B. Ibuprofen), Cortisonpräparate und manchmal auch der Wirkstoff Colchicin eingesetzt.
Selbstmanagement in der Akutphase
Zusätzlich zur ärztlichen Behandlung können Betroffene den Heilungsprozess aktiv unterstützen: Jetzt ist absolute Schonung angesagt. Das betroffene Gelenk sollte hochgelagert und vorsichtig gekühlt werden. Reichliches Trinken von Wasser und ungesüßten Tees fördert die Harnsäure-Ausscheidung über die Nieren. Purinreiche Lebensmittel sind in der akuten Phase komplett tabu.
Gesunder Lebensstil schützt vor Gicht
Nach der akuten Phase beginnt die eigentliche Arbeit mit dem Ziel, weitere Anfälle zu verhindern und den Harnsäurespiegel dauerhaft zu senken. Das funktioniert nur mit einer konsequenten Lebensstiländerung. Ein gesundes Körpergewicht, möglichst kein Alkohol und eine purinarme Ernährung sind der Schlüssel zum Erfolg. Manche Patienten benötigen zusätzlich harnsäuresenkende Medikamente.
Die Orangensaft-Überraschung
Forscher der Universitäten Hohenheim und Kiel haben herausgefunden, dass ein Glas Orangensaft pro Tag den Harnsäure-Spiegel senken kann. Verantwortlich dafür sind das enthaltene Vitamin C und spezielle Pflanzenstoffe (Flavonoide), die dem Körper helfen, überschüssige Harnsäure auszuscheiden. Wichtig: Fruchtsäfte sollten nur sparsam genossen und nicht als Durstlöscher eingesetzt werden.
Sorgenfrei Schlemmen an den Osterfeiertagen
Genießen Sie an Karfreitag doch einmal statt des klassischen Fischgerichts einen bunten Kartoffel-Ei-Salat mit frischen Kräutern und Joghurtdressing. Wer am Ostersonntag nicht auf eine klare Brühe mit Einlage verzichten will, wählt statt Fleischbouillon eine kräftige Gemüsebrühe und gibt statt Markklößchen einfach Grießnocken hinein. Als Hauptgang ist ein herzhafter Nussbraten mit Kartoffel- und Gemüsebeilage statt Fleisch eine köstliche Option. Zum Nachtisch gibt es dann einen feinen Osterzopf – mit Backpulver statt mit Hefe.
Was sind Purine?
Purine sind natürliche Bausteine in den Körperzellen, die beim Abbau zu Harnsäure werden. Harnsäure kann bei zu hohen Mengen schmerzhafte Gichtkristalle in den Gelenken bilden.
Purinreiche Lebensmittel: Alkohol, Bouillon, Fisch Fleisch, Hefe und Hülsenfrüchte
Purinarme Lebensmittel: Backpulver (als Hefe-Ersatz), Eier, Gemüse, Milch- und Milchprodukte, Obst und Reis
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