Samstag, 27. November

Schüler leiden vermehrt unter Kopfschmerzen

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Mehr als zwei Drittel der Schüler in Deutschland haben regelmäßig Kopfschmerzen. Das bestätigt eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Dresden. Durch Corona und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen hat sich die Situation demnach noch verschärft.

Fehltage wegen Kopfschmerzen

Rund 20 Prozent der untersuchten Kinder und Jugendlichen verpassen durch ihre Kopfschmerzen sogar wiederholt den Unterricht. Ursachen sind häufig Leistungsdruck, emotionaler Stress, zu viel Zeit vor Bildschirmen und zu wenig Bewegung. Oft würden die Beschwerden von Eltern auch nicht ernst genommen und entsprechend behandelt.

2700 Schüler befragt

„Eltern sollten Kopfschmerzen nicht bagatellisieren. Sie können den Alltag und die Zukunft junger Menschen stark beeinträchtigen“, sagt Dr. Gudrun Goßrau, Leiterin der Kopfschmerzambulanz am Universitätsklinikum Dresden. Sie begleitete die Querschnittsstudie mit mehr als 2700 befragten Schülerinnen und Schülern. Wenn Kinder und Jugendliche regelmäßig an Kopfschmerzen leiden, können sie schnell in einen Teufelskreis aus Leistungsabfall, Schulangst und sozialer Isolation geraten, so Dr. Gudrun Goßrau.

Mit starken Kopfschmerzen zum Arzt

Mehr als zwei Drittel der befragten Schüler gab an, regelmäßig unter Kopfschmerzen zu leiden. Mehr als ein Fünftel berichtete, an mehr als zwei Tagen pro Monat wegen Kopfschmerzen im Unterricht zu fehlen. „Eine ärztliche Diagnose und Therapie der Kopfschmerzen erhalten nur die Wenigsten. Dabei sind Migräne und Spannungskopfschmerz die häufigsten eigenständigen Schmerzdiagnosen bei Kindern und Jugendlichen”, erklärt Dr. Gudrun Goßrau.

Schmerzmittel oft ungeeignet

Statt zum Arzt zu gehen, bekommen die Kinder von ihren Eltern häufig frei verkäufliche Präparate. Davon rät die Expertin aber ab: „Schmerzmittel sollten Kinder nur einnehmen, wenn sie vom Arzt oder der Ärztin in geeigneter Dosierung verordnet wurden.” Manche Präparate seien für junge Menschen nicht geeignet. Falsch angewendet könnten sie die Beschwerden sogar noch verstärken.

Richtige Diagnose wichtig

Eine richtige Diagnose und Behandlung sei gerade bei Kindern mit häufigen und starken Beschwerden wichtig. Ohne rechtzeitige Therapie verfestigt und verschlimmert sich Migräne oft im Erwachsenenalter. Neben einer ärztlichen Therapie helfen laut Dr. Gudrun Goßrau auch schon einfache, gezielte Maßnahmen gegen den Schmerz.

Das hilft gegen Kopfschmerzen:

  • Ausreichend Schlaf
  • Mehr Entspannungszeit
  • Mehr Verzicht auf das Handy
  • Ausreichendes Trinken
  • Regelmäßiger Sport
  • Weniger Termindruck

Schüler mit Migräne

In schweren Fällen kann der Alltag der Kinder und Jugendlichen durch den Schmerz erheblich eingeschränkt werden. Deshalb müssen laut Dr. Gudrun Goßrau Eltern und Lehrkräfte für das Thema sensibilisiert werden. Außerdem fehle es in Deutschland an interdisziplinäre Konzepte zur Behandlung.

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