Freitag, 19. August

Wenn der Kopf dröhnt

Migräne – was dann hilft

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Ein Flimmern vor den Augen, starker und pochender Schmerz in einer Kopfhälfte – Migräne ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Etwa sechs bis acht Prozent aller Männer und sogar zwölf bis 14 Prozent aller Frauen sind in Deutschland betroffen. Migräne kann Sie völlig außer Gefecht setzen. Wie es sich noch äußert und was Sie bei einen Migräneanfall tun können, erfahren Sie jetzt hier.

Migräne mit Aura 

In der Regel treten die stechenden oder ziehenden Kopfschmerzen anfallartig auf. Dabei leiden etwa zehn bis 20 Prozent der Betroffenen unter neurologischen Anzeichen. Dazu gehören Augenflimmern oder Wortfindungsstörungen. Medizinier sprechen dann von einer Migräne mit Aura. Auch Übelkeit, Lärm-, Licht- oder Geruchsempfindlichkeit können während eines Anfalls auftreten. Die Symptome äußern sich auf vielfältige Art und Weise. Dabei variiert die Häufigkeit sehr stark. Vielen Betroffenen hilft es, wenn sie sich dann in einen angedunkelten, ruhigen Raum zurückziehen können. Schlaf oder eine kühle Kompresse werden ebenfalls als mildernd empfunden. Probieren Sie aus, was für Sie am besten ist.

Fehlfunktion des Gehirns führt zu Migräne 

Die Ursachen einer Migräne sind bisher nicht restlos geklärt. Bekannt ist, dass es sich um eine Funktionsstörung des Gehirns, der Hirnhaut und den jeweiligen Blutgefäßen handelt. Während eines Migräneanfalls kommt es zu einer vorübergehenden Fehlfunktion schmerzregulierender Systeme. Das heißt, Sie reagieren überempfindlich gegenüber Reizen. Mediziner gehen davon aus, dass es begünstigende Auslösefaktoren gibt, die sogenannten Trigger. Diese inneren und äußeren Faktoren können eine Migräne auslösen. Doch auch dabei gilt – jeder Betroffene reagiert anders. Zu möglichen Triggern zählen: 

  • Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf
  • Unterzuckerung/Hungerzustand 
  • Hormonveränderungen während des Zyklus oder durch die Einnahme von Hormonpräparaten wie die Pille
  • Wechselnder Schlaf-Wach-Rhythmus 
  • Stress – körperliche oder seelische Belastungen. Migräne tritt meist in der Entspannungsphase danach auf
  • Bestimmte Nahrungsmittel wie Schokolade oder Alkohol 
  • Äußere Reize wie flackerndes Licht oder Lärm 
  • Wetter- und Höhenveränderungen 

Therapien bei Migräne 

Es gibt viele gut wirksame Behandlungen gegen die heftigen Kopfschmerzanfälle und deren Begleiterscheinungen. Ziel ist es, das Leiden der Betroffenen zu lindern und die Lebensqualität zu erhöhen. Spezielle Migräne-Medikamente sind keine allgemeinen Schmerzmittel und sollten daher nur während eines Anfalls eingenommen werden. Als Faustregel bei der Schmerztherapie gilt: „Kick it early and kick it hard!“ Das bedeutet: Nehmen Sie die Schmerzmittel so früh wie möglich zu Beginn einer Kopfschmerzphase in ausreichender Dosierung ein. Als besonders wirksam haben sich kombinierte Präparate mit Coffein erwiesen. Außerdem kann als Prophylaxe hochkonzentriertes Magnesiumcitrat helfen, die Anfallsdauer- und -häufigkeit zu reduzieren. 

Besser früher als später: Triptane 

Sogenannte Triptane fungieren als Akut-Therapie und wirken gegen den Kopfschmerz sowie Übelkeit und Erbrechen. „Die Zähne zusammenbeißen und möglichst lange mit der Medikamenteneinnahme zu warten, ist bei Migräne der falsche Weg. Wer merkt, dass eine Attacke im Anmarsch ist, sollte rechtzeitig ein ausreichend hoch dosiertes Schmerzmittel oder ein Triptan einnehmen. Diese Medikamente sorgen dafür, dass die Attacke kürzer und schwächer verläuft“, so Privatdozent Dr. Charly Gaul. Der Neurologe leitet die Migräne- und Kopfschmerzklinik Königstein. Sieben verschiedene Triptane gibt es aktuell in Deutschland. Verfügbar sind sie in unterschiedlichen Darreichungsformen wie Nasensprays, Tabletten oder Injektionslösungen. Davon sind zwei rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Das kompetente Team aus Ihrer Guten Tag Apotheke berät Sie dazu gerne.  

Sanfte Medizin bei Migräne 

Neben einer medikamentösen Behandlung können Sie einiges zur Linderung der Migräne tun. Dazu zählen unter anderem Entspannungsverfahren und Verhaltenstherapie. Auch Akupunktur und Ausdauersport haben einen positiven Effekt auf die Intensität. Schlafen Sie ausreichend und halten Sie feste Mahlzeiten ein. Dadurch vermeiden Sie eine Schwankung des Blutzuckerspiegels. Ein Kopfschmerz-Tagebuch kann Ihnen übrigens helfen, Ihre persönlichen Auslöser zu ermitteln. 

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