Montag, 20. Mai

Einatmen, ausatmen, durchatmen

Leben mit Asthma

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Asthma bronchiale ist eine weit verbreitete, chronische Erkrankung der Atemwege. Bislang gibt es keine Therapie, mit der sich Asthma heilen lässt. Wie Betroffene trotzdem ein weitgehend normales Leben führen können.

Aktionstag nimmt Asthma in den Fokus

Am 7. Mai ist Welt-Asthmatag. Dieser besondere Tag ist einer Erkrankung gewidmet, die große Teile der Bevölkerung betrifft. So leidet in Deutschland rund jedes zehnte Kind und jeder zwanzigste Erwachsene an Asthma. Die Symptome wie Atemnot, Husten, Engegefühl in der Brust und rasselnde Atemgeräusche (sog. Giemen) können bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt sein und sich mit der Zeit verändern.
Manchmal treten sie anfallsartig auf.

Entzündung der Atemwege

Die Ursachen von Asthma sind noch nicht vollständig geklärt. Fest steht allerdings, dass die Betroffenen auf verschiedene Reize mit einer Entzündung der Atemwege reagieren. Auslöser können sowohl Allergene wie Pflanzenpollen oder Hausstaubmilben als auch nicht-allergene Reize wie Infekte oder Tabakrauch sein. Infolge der dadurch hervorgerufenen Entzündung schwellen die Schleimhäute in den Atemwegen an und die Muskulatur der Bronchien verkrampft sich. Dies führt dazu, dass sich der Durchmesser der unteren Atemwege verkleinert und die Luft nicht mehr ungehindert hindurchströmen kann.

Wie Medikamente bei Asthma helfen

Je nach Schwere der Erkrankung kann bereits das Vermeiden der Auslöser eine deutliche Verbesserung der Symptome bewirken. Falls das nicht ausreicht oder die Auslöser nicht bekannt sind, kommen entzündungshemmende und/oder bronchienerweiternde Medikamente zum Einsatz. Die Wirkstoffe stimmen die behandelnden Ärztinnen bzw. Ärzte individuell so ab, dass eine gute Asthmakontrolle bei gleichzeitig möglichst wenigen Nebenwirkungen erreicht wird. In der Regel erhalten die Betroffenen ein Notfallmedikament, das akute Asthmasymptome bei Bedarf lindert.

Verschiedene Techniken

In vielen Fällen müssen sie zusätzlich regelmäßig Medikamente einnehmen, um die Krankheit unter Kontrolle zu halten und Asthmaanfällen vorzubeugen. Die meisten Asthmamedikamente werden inhaliert. Ob sie in ausreichender Menge in der Lunge ankommen und dort ihre volle Wirkung entfalten, hängt maßgeblich von der richtigen Inhalationstechnik ab. Da es eine Vielzahl von unterschiedlichen Inhalatoren gibt, sollten sich Patientinnen und Patienten zu Therapiebeginn die Funktionsweise des jeweiligen Geräts gut erklären lassen und die Anwendung unter Aufsicht einer medizinischen Fachkraft üben. Gleiches gilt bei einem Wechsel des Präparats oder des Inhalationssystems. Menschen mit Asthma können sich hierzu auch in ihrer Apotheke beraten lassen. Die Kosten übernimmt in der Regel die Krankenkasse.

Arten von Inhalationsgeräten im Überblick

  • Dosieraerosole: Hierbei handelt es sich um Sprays, bei denen die Wirkstoffe als fein verteilte Flüssigkeitströpfchen in einer Gasphase freigesetzt werden. Die derzeit verfügbaren Systeme enthalten zu diesem Zweck Treibgas.
  • Pulverinhalatoren: Bei Pulverinhalationssystemen liegen die Wirkstoffe in Form von Pulver vor. Im Gegensatz zu den Dosieraerosolen enthalten sie kein Treibgas. Die Freisetzung der Arzneistoffe wird durch die Atmung gesteuert.
  • Sprühvernebler: Sprühvernebler erzeugen eine sich langsam ausbreitende, feine Sprühwolke. Die Wirkstoffe befinden sich in einer Patrone und werden rein mechanisch – ohne Treibmittel – freigesetzt.
  • Vernebler zur Feuchtinhalation: Feuchtvernebler vaporisieren die in einer Flüssigkeit gelösten Wirkstoffe in feinste Partikel. Sie sind als Düsen-, Ultraschall- oder Membran-Vernebler erhältlich. Weitere Informationen sowie detaillierte Anleitungen und Videos zur Anwendung der verschiedenen Inhalationsgeräte finden sich auf der Internetseite der Deutschen Atemwegsliga.

Wussten Sie schon…

…dass Sie sich die korrekte Verwendung Ihres Inhalationsgeräts als pharmazeutische Dienstleistung (pDL) in Ihrer Apotheke zeigen lassen können? Fragen Sie doch einfach mal nach.

Was man bei Asthma selbst tun kann

Um einen Überblick über den Verlauf der Erkrankung und mögliche Auslöser zu behalten, ist es sinnvoll, die Asthmabeschwerden in einem Tagebuch festzuhalten. Die Aufzeichnungen können außerdem dem Arzt bzw. der Ärztin dabei helfen, gemeinsam mit den Betroffenen wichtige Entscheidungen hinsichtlich der Therapie zu treffen. Darüber hinaus lassen sich mit Veränderungen im Lebensstil teils große Fortschritte erzielen.

Ausdauersport hilft bei Asthma

Neben dem Verzicht auf Tabak gehört regelmäßige Bewegung zu den wichtigsten Maßnahmen, mit denen Asthmapatientinnen und -patienten aktiv zum Therapieerfolg beitragen können. Besonders gut geeignet, um die Atemmuskulatur zu trainieren, sind Ausdauersportarten mit gleichmäßiger Belastung wie Radfahren, Wandern oder Schwimmen. Eine spezielle Diät für Menschen mit Asthma gibt es nicht. Allgemein ist jedoch eine ausgewogene Ernährung ratsam, die reich an Antioxidantien ist. Bei Fertiggerichten und mit Farbstoff versetzten Erfrischungsgetränken sollten Asthmapatientinnen und -patienten besonders vorsichtig sein. Sie enthalten unter Umständen Inhaltsstoffe wie Lebensmittelfarbstoffe, Glutamat und Konservierungsstoffe, die Asthmaanfälle auslösen können.

Richtiges Atmen

Spezielle Atemtechniken wie zum Beispiel die sogenannte „Lippenbremse“ (Ausatmen durch den Mund bei leicht geschlossenen Lippen) können bei plötzlicher Luftnot helfen. Weiterhin erleichtern bestimmte Körperhaltungen wie der Kutschersitz oder die Torwartstellung das Atmen (für eine Anleitung geben Sie auf der Youtube-Seite „Kutschersitz“ oder „Torwartstellung“ plus „Atmung“ ein). Diese und andere Techniken können Asthmapatientinnen und -patienten im Rahmen von speziellen Schulungsprogrammen erlernen.

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