Montag, 03. Oktober

Arzneimittel für die Ukraine

Apotheker ohne Grenzen sichern medizinische Notversorgung

©AoG

Die derzeitige Hilfsbereitschaft für die Kriegsopfer der Ukraine ist überwältigend. Auch viele Apotheker engagieren sich über lokale und regionale Initiativen und Projekte in der Flüchtlingshilfe. Nicht nur in der Ukraine. Oft wird das einfach gemacht, ohne darüber groß zu sprechen. Stellvertretend für das große Engagement pharmazeutischer Fachkräfte stellen wir Ihnen „Apotheker ohne Grenzen“ (AoG) vor. Lesen Sie jetzt, wie die Hilfsorganisation das Leben von Menschen nachhaltig verbessert. Außerdem erfahren Sie, wie Sie selbst helfen können. 

Wer sind „Apotheker ohne Grenzen“? 

Die Hilfsorganisation Apotheker ohne Grenzen wurde 2000 in München gegründet. Im Fokus steht dabei vor allem die pharmazeutische Unterstützung und Verbesserung von Gesundheitsstrukturen in Entwicklungsländern weltweit. So hilft AoG beispielsweise in Mexiko beim Aufbau eines Netzwerks von einheimischen Gesundheitshelfern. Weiterhin unterstützt AoG in Burundi (Ostafrika) ansässige Hilfsorganisationen dabei, jungen Menschen eine PTA-Ausbildung zu ermöglichen. Dies sind nur zwei Beispiele. Ebenso wichtig ist die Arzneimittelversorgung in einer Nothilfe. Dies geschieht beispielsweise nach Naturkatastrophen oder kriegerischen Angriffen wie aktuell in der Ukraine.  

Der gemeinnützige Verein zählt über 2.000 Mitglieder. Viele von ihnen sind selbst in Apotheken oder im Gesundheitsbereich beschäftigt. Auf Facebook können Sie aktuelle Projektentwicklungen und ehrenamtliche Hilfsaktionen der Mitglieder verfolgen. Die humanitären Aktivitäten von Apotheker ohne Grenzen werden durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Fördergelder finanziert.  Jeder Cent hilft.

Was sind die Kernaufgaben von Apotheker ohne Grenzen? 

– Arzneimittelbeschaffung und -logistik 

– Anwendungsberatung und Arzneimittelabgabe 

– Schulung von Gesundheitspersonal und Bevölkerung 

– Pharmazeutische Qualitätssicherung 

– Fachlich-pharmazeutische Unterstützung anderer Hilfsorganisationen 

Wie gelangen Medikamente in die Ukraine? 

Vor allem in Kriegsgebieten ist der Bedarf an Medikamenten und Verbandsmaterial sehr hoch. Doch im Normallfall dürfen Arzneimittel nicht aus der EU ausgeführt werden. Das heißt, Privatpersonen oder Firmen können nicht auf eigene Faust Medizin in die Ukraine schicken. Was durchaus Sinn macht. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat jedoch eine Allgemeinverfügung mit Wirkung zum 6.3.2022 erlassen. Damit ist der Export von Arzneimitteln ausdrücklich nur pharmazeutischen Unternehmen, dem Großhandel, Apotheken und registrierten NGOs gestattet. Somit darf auch der Verein Apotheker ohne Grenzen medizinische Hilfsgüter in die Ukraine bringen. 

Darum sind Arzneimittelspenden keine Hilfe 

Doch bevor Sie auf die Idee kommen, Ihre eigene Hausapotheke nach ungebrauchten Medikamenten zu durchsuchen – bitte spenden Sie keine Arzneimittel! Der Aufwand, die Medikamente zu sichten und nach Brauchbarkeit zu sortieren, wäre viel zu hoch. Außerdem machen Einzelpräparate mit Beipackzetteln auf Deutsch eine längerfristige Therapie im Ausland praktisch unmöglich. Es gibt andere Möglichkeiten. Viel eher können Sie Apotheker ohne Grenzen mit einer Geldspende unterstützen. Auf diese Weise kann die Medizin wesentlich kostengünstiger in größerer Stückzahl eingekauft werden. Bedarfsgerecht gelangt sie schließlich an die jeweiligen hilfsbedürftigen Stationen.

Apotheker ohne Grenzen – so können Sie helfen: 

– Mit einer Spende 

– Mitglied werden 

– Eine AoG-Projektpatenschaft übernehmen 

– Aktives Mitglied in Deutschland oder in einem AoG-Projekt im Ausland werden 

– Spenden für AoG bei Feierlichkeiten sammeln (anstatt Geschenke bei Hochzeiten, Jubiläen etc.) 

– Mit einer Testamentspende 

Apotheker ohne Grenzen freut sich über jede Spende. Mit dem Betreff „Ukraine-Hilfe“ geht Ihre Spende zielgerichtet an Hilfsbedürftige in der Ukraine.  

Spendenkonto: 

Deutsche Apotheker- und Ärztebank 

IBAN: DE 88 3006 0601 0005 0775 91 

BIC: DAAEDEDDXXX 

Mehr zum Thema 

Wenn Sie mehr zum Thema wissen möchten und bei allen Gesundheitsfragen rund um Ihr persönliches Wohlergehen beraten Sie die Experten aus Ihrer Guten Tag Apotheke natürlich gerne. Bei Bedarf lotst Sie der Apotheken-Finder zur richtigen Adresse ganz in Ihrer Nähe. 

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