Montag, 26. Februar

Aktionstag Go Red

Frauen, hört auf Euer Herz!

©Maksym Azovtsev/stock.adobe.com

Zwei Vorhöfe, zwei Kammern, vier Klappen – männliche und weibliche Herzen sind prinzipiell gleich aufgebaut. Doch biologische Unterschiede zwischen den Geschlechtern wirken sich auf die Entstehung, Erkennung und Behandlung von Herzkrankheiten aus. Was das für Frauen bedeutet.

Mit mehr als 180.000 Sterbefällen im Jahr 2021 sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache bei Frauen. Trotzdem werden sie oft unterschätzt. Dies liegt einerseits daran, dass Frauen eher als Männer dazu neigen, eine Herzkrankheit zu bagatellisieren, und länger zögern, den Notruf zu wählen. Andererseits werden die Symptome bei ihnen häufiger übersehen oder falsch gedeutet.

Warnzeichen für einen Herzinfarkt

So treten beispielsweise während eines Herzinfarktes bei weiblichen Patientinnen statt des typischen Brustschmerzes oft andere Anzeichen in den Vordergrund. „Häufiger als bei Männern können bei Frauen weniger eindeutige Symptome auftreten, etwa Atemnot, ein Ziehen in den Armen, unerklärliche Müdigkeit, Angstzustände, Schweißausbruch, Übelkeit oder Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch oder im Rücken“, erklärt Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung.

Vorsicht bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie

Tatsächlich erleiden Frauen unter 65 seltener einen Herzinfarkt als ihre männlichen Altersgenossen. Das Risiko steigt jedoch mit Einbruch der Wechseljahre rapide. In dieser Lebensphase lässt der schützende Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) auf die Blutgefäße nach. „Doch auch jüngere Frauen zwischen 40 und 50 sind der Gefahr ausgesetzt – vor allem dann, wenn in der Familie häufig Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgetreten sind oder wenn ein ungesunder Lebensstil durch Bewegungsmangel, Rauchen, Übergewicht, Dauerstress oder eine Hormontherapie das Infarktrisiko erhöhen“, warnt Tiefenbacher.

Frauenherzen brechen leichter

Im Gegensatz zum Herzinfarkt betrifft das sogenannte „Broken-Heart-Syndrom“ (med. Tako-Tsubo-Kardiomyopathie) mit einem Anteil von rund 85 Prozent in erster Linie Frauen. Dabei handelt es sich um eine Herzmuskelerkrankung, die meist durch ein belastendes emotionales Ereignis ausgelöst wird. Die Stresshormone, die dabei ins Blut ausgeschüttet werden, können eine Verengung der Herzkranzgefäße (Mikrospasmen) verursachen. Die Symptome und die möglichen Folgen ähneln denen eines Herzinfarktes. Da die Gefäße bei Frauen kleiner und empfindlicher sind als bei Männern, sind sie anfälliger für Mikrospasmen und damit verbundene Herzkrankheiten.

Die weibliche Herzschwäche

Darüber hinaus ist das Herz von Frauen durchschnittlich etwas kleiner als das von Männern, es schlägt schneller und ist weniger elastisch. Deshalb erkranken weibliche Patientinnen eher an einer diastolischen Herzschwäche, bei der die Dehnbarkeit und Füllung des Herzens gestört ist, als an einer systolischen Herzschwäche, bei der das Herz nicht mehr kräftig genug pumpt. „Frauen sollten wachsam sein. Atemnot, eine nachlassende Leistungsfähigkeit sowie Erschöpfung sind erste Symptome einer Herzschwäche. Auch lassen Wassereinlagerungen, sogenannte Ödeme, häufig die Füße anschwellen“, so Tiefenbacher.

Ein besonderes Krankheitsbild, welches ausschließlich Frauen betrifft, ist die peripartale Kardiomyopathie. Diese schwere Form der Herzschwäche kann im letzten Drittel einer Schwangerschaft und bis zu einem halben Jahr nach der Geburt auftreten.

Medikamente wirken anders

Geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es außerdem bei der Aufnahme, dem Transport und der Verstoffwechselung von Medikamenten. Mögliche Gründe hierfür sind Schwankungen im Östrogenspiegel, ein in der Regel höherer Körperfettanteil bei niedrigerem Gewicht und eine geringere Filterleistung der Nieren bei Frauen.

Diese Besonderheiten des weiblichen Organismus führen dazu, dass unerwünschte Arzneimittelwirkungen häufiger auftreten als bei Männern. Darüber hinaus benötigen weibliche Patientinnen normalerweise niedrigere Dosen von Blutdrucksenkern wie ACE-Hemmern und Betablockern. Auf der anderen Seite kann es sein, dass Marcumar bei Frauen kürzer oder schwächer wirkt, weil Östrogene den Abbau des Gerinnungshemmers beschleunigen.

Aktionstag Go Red

Unter dem Motto „Go Red“ hat die Deutsche Herzstiftung einen bundesweiten Aktionstag ins Leben gerufen, der jährlich am ersten Freitag im Februar stattfindet. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen in Deutschland zu steigern. Am 2. Februar 2024 ist es wieder so weit. Wer die Aktion unterstützen möchte, trägt an diesem Tag ein rotes Kleidungsstück oder Accessoire, macht ein Foto davon und teilt es in den Sozialen Medien unter dem Hashtag #GoRed. Weitere Infos auf der Webseite www.herzstiftung.de/Frauenherzen.

Risiken abwehren – das können Sie tun:

  • Nehmen Sie den Gesundheits-Checkup bei Ihrem Hausarzt wahr (alle drei Jahre, ab dem 35. Lebensjahr)
  • Achten Sie auf einen gesunden Lebensstil (Verzicht auf Alkohol und Zigaretten, ausreichend Bewegung, obst- und gemüsebetonte Ernährung mit wenig Fleisch, Fett, Zucker und Salz)
  • Behalten Sie vor allem in den Wechseljahren und während einer Schwangerschaft Ihren Blutdruck im Blick (Selbstmessung oder regelmäßige Kontrolle beim Arzt oder in der Apotheke)
  • Lassen sie Symptome einer Herzschwäche (s. o.) vom Kardiologen abklären (z. B. Ultraschall, Blutuntersuchungen)
  • Rufen Sie bei Anzeichen eines Herzinfarktes (s. Erläuterungen im Text), die länger als fünf Minuten andauern, den Rettungsdienst unter der Nummer 112
  • Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Medikamente nicht richtig wirken oder Sie Nebenwirkungen verspüren, verändern Sie die Dosierung nie selbst, sondern wenden Sie sich an Ihren Arzt

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