Donnerstag, 01. Oktober

11 Fakten über Brustkrebs

Fakten, die man kennen sollte 

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Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen. Jedes Jahr erkranken in Deutschland über 70.000 Frauen und rund 750 Männer neu daran. Aus Anlass des Internationalen Brustkrebstags am 1. Oktober veröffentlichen wir elf Fakten über Brustkrebs, die man kennen sollte. 

1. 25 Prozent aller Krebsdiagnosen bei Frauen sind Brustkrebs „Damit ist das Mammakarzinom die häufigste Krebsart bei Frauen in Deutschland und weltweit, gefolgt von Darmkrebs“, sagt Prof. Dr. Pia Wülfing, Fachärztin für Gynäkologie und ausgewiesene Brustkrebs-Expertin. Wülfing gründete im Jahr 2020 mit „PINK! Coach“ (pink-brustkrebs.de) die erste verordnungsfähige digitale Gesundheitsanwendung (DiGA), die Frauen bei der Bewältigung von Brustkrebs begleitet. Die dritthäufigste Krebsart bei Frauen in Deutschland ist übrigens Lungenkrebs. 

2. Eine von acht Frauen (knapp 13 Prozent) erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs – in Deutschland und weltweit. Jedes Jahr gibt es auf der Welt knapp 2,3 Millionen Neuerkrankungen. 

3. Rund 18.500 Frauen sterben in Deutschland jährlich an den Folgen von Brustkrebs. Die gute Nachricht: Die Sterberate bei Brustkrebs ist seit Jahrzehnten kontinuierlich rückläufig. Verbesserte Therapiemethoden und Früherkennung gelten als Grund dafür. 

4. Ein Hauptrisikofaktor für Brustkrebs ist das Alter. Als besonders gefährdet gelten Frauen ab 50. Etwas mehr als sieben von zehn Frauen, die an Brustkrebs erkranken, sind laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten über 55. Jede vierte Betroffene ist jünger als 55 Jahre und jede Zehnte jünger als 45 Jahre. 64 Jahre ist das Durchschnittsalter, in dem Frauen in Deutschland an Brustkrebs erkranken. 

5. Mindestens 85 Prozent beträgt die Heilungschance bei Brustkrebs, wenn er im Frühstadium entdeckt wird. „Deshalb ist Früherkennung das A und O“, so Wülfing. Dazu gehört, dass die Frauen ihre Brust abtasten und die Krebsvorsorge beim Frauenarzt wahrnehmen. Für Frauen zwischen 50 und 75 Jahren übernehmen die Krankenkassen alle zwei Jahre die Kosten für eine Mammographie. Ein Viertel der Brustkrebs-Todesfälle lässt sich laut Experten durch das Mammographie-Screening verhindern. Wer den Brustkrebs in einem frühen Stadium entdeckt, hat nicht nur höhere Überlebenschancen, auch die Therapie kann oft schonender durchgeführt werden als bei einem fortgeschrittenen Krebs. 

6. Lediglich jede zweite Frau, die Anspruch auf eine Mammographie hat, nutzt diese Möglichkeit der Krebsvorsorge. Oft wird die Sorge wegen der Strahlenbelastung als Begründung für die geringe Teilnahme genannt. Dabei ist es wichtig zu wissen: Die Bestrahlung bei einer modernen Mammografie ist so hoch wie bei einem Langstreckenflug, etwa in die USA. Doch kaum jemand denkt vor einem Flug an die Strahlenbelastung. Prof. Wülfing: „Jede Frau muss selbst entscheiden, ob sie zur Mammographie geht. Eine neue Studie spricht dafür: Sie hat gezeigt, dass das Mammographie-Screening ungefähr jeden vierten Brustkrebs-Sterbefall verhindert.“ 

7. 70 bis 75 Prozent aller Brustkrebsfälle sind hormonrezeptor-positiv, das heißt das Wachstum der Tumorzellen wird durch Östrogen und/oder Progesteron beeinflusst. Bei fast drei Viertel der Frauen mit einem hormonsensiblen Brustkrebs kann im Frühstadium auf eine Chemotherapie verzichtet werden. Um das Tumorwachstum zu stoppen, kommen Medikamente zum Einsatz, welche die Wirkung der Hormone blockieren. 

8. Fünf bis zehn Prozent aller Brustkrebserkrankungen sind erblich bedingt. Frauen, in deren Familien Brustkrebs gehäuft vorkommt, können sich testen lassen. „Oft stellt sich heraus, dass es trotz familiärer Häufung keine Genmutation gibt“, erläutert Brustkrebs-Expertin Wülfing. „Bei einem positiven Ergebnis hingegen können Betroffene von einer intensiveren Vorsorge profitieren, die von den Krankenkassen übernommen wird.“ 

9. 80 Prozent der genetisch vorbelasteten Frauen (sogenannte BRCA-Trägerinnen) wissen Schätzungen zufolge nicht, dass sie die Gen-Mutation haben und damit ein deutlich erhöhtes Brustkrebsrisiko von circa 60 Prozent haben. Wülfing: „Es ist wichtig, dass Frauen über familiäre Vorgeschichten und Risikofaktoren informiert werden und bei Bedarf eine genetische Beratung in Anspruch nehmen.“ 

10. Circa 90 Prozent der Brustkrebserkrankungen sind auf Umwelt- und Lebensstilfaktoren zurückzuführen. Das heißt man kann viele Maßnahmen ergreifen, um das Risiko einer Brustkrebserkrankung zu verringern. Gut ist es beispielsweise, das Körpergewicht durch eine gute Ernährung und regelmäßige Bewegung zu reduzieren. Niedriger Alkoholkonsum und der Verzicht aufs Rauchen sind zwei weitere Möglichkeiten, das Brustkrebsrisiko zu reduzieren. 

11. Jeder hundertste Fall von Brustkrebs betrifft Männer. Wülfing: „Durch die Seltenheit der Erkrankung wird die Brustkrebs-Diagnose bei Männern oft spät gestellt, was sich negativ auf die Heilungschancen auswirkt. Deshalb kann man nicht oft genug darauf hinweisen, dass auch Männer Brustkrebs bekommen können.“ 

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