Freitag, 25. September

Mediterraner Tausendsassa

Vielfältiger Lavendel ist Heilpflanze des Jahres

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Ob bei innerer Unruhe oder Angstzuständen, Schlafstörungen oder auch Blähungen und Magen-Darm-Beschwerden – Lavendel wird schon seit der griechisch-römischen Antike zur Behandlung vielfältiger Beschwerden verwendet. Die medizinische Wirksamkeit von hochdosiertem Lavendelöl ist auch wissenschaftlich belegt – übrigens auch bei Kopfschmerzen (heute ist der nationale Kopfschmerztag). Allerdings ist nicht jede Lavendelart gleichermaßen wirksam. Gesundheitsexpertin Marlene Haufe verrät, was es zu beachten gilt und für welche Anwendungen die Arzneipflanze des Jahres geeignet ist.

30 verschiedene Arten

Lavendel ist nicht nur in der Heilmedizin weit verbreitet, sondern auch als Balkon- und Gartenpflanze äußerst beliebt. „Bei vielen verkäuflichen Lavendelpflanzen handelt es sich allerdings nicht um den medizinisch wirksamen Lavendel“, erklärt Marlene Haufe. Es gibt rund 30 verschiedene Arten. Nur die Wirksamkeit des sogenannten Echten Lavendels wurde durch unterschiedliche Studien nachgewiesen. „Wer die Blüten und Blätter seiner Balkonpflanze etwa als Tee nutzen möchte, der sollte daher auf den botanischen Namen Lavendula angustifolia achten“, rät die Expertin. Auch in Arzneimitteln kommt ausschließlich der Echte Lavendel zum Einsatz.

Gegen innere Unruhe und Stress

Hochdosiert als Lavendelöl in Kapseln wird die Arzneipflanze vor allem bei psychischen Leiden verwendet, zum Beispiel für die Behandlung von innerer Unruhe, Angstzuständen und daraus resultierenden Schlafstörungen. Auch bei der Posttraumatischen Belastungsstörung und Panikattacken wird die Einnahme von Lavendelöl empfohlen.

Lavendelöl für die äußerliche Anwendung

Beliebt ist ätherisches Lavendelöl auch in der äußerlichen Anwendung als Körper-Öl. Wichtig dabei: Hoch konzentriertes Lavendelöl ist reizend und darf deshalb niemals pur auf die Haut aufgetragen werden. Reines Lavendelöl wird zum Beispiel bei folgenden Beschwerden verwendet:

  • Gegen den Juckreiz bei Insektenstichen
  • Bei Magen- und Darmbeschwerden zur Bauchmassage
  • Gegen Husten und Bronchitis als Lavendelöl-Wickel
  • Bei Kopfschmerzen und Verspannungen als Krampflöser
  • Bei Hautunreinheiten und Akne als entzündungshemmendes Pflegemittel

Auch bei der äußerlichen Anwendung rät Haufe, genau auf die Inhaltsstoffe zu achten. „Im Handel sind viele synthetische Produkte erhältlich, die als Therapeutikum ungeeignet sind.“ Fachlich gute Beratung gibt es in der Apotheke – dort weiß man auch um Wechsel- und Nebenwirkungen mit anderen Wirkstoffen und Medikamenten.

Vorsicht bei Kindern

„Ätherische Öle sind nur für Erwachsene geeignet, keinesfalls für Säuglinge und kleine Kinder“, warnt die Gesundheitsexpertin. „Bei ihnen kann es zu Haut- und Schleimhautreizungen kommen, auch Erbrechen und Bewegungsstörungen sind möglich. Schon wenige Tropfen von einem unverdünnten ätherischen Öl in Mund oder Nase können im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohliche Verkrampfungen des Kehlkopfes hervorrufen und zum Atemstillstand führen.“

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