Donnerstag, 18. Juli

Tipps

Nahrungsergänzungsmittel: Viel hilft nicht viel!

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Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind eine tolle Sache und eine große Hilfe – für alle, die sie brauchen. Für alle anderen – und das ist die große Mehrheit – ist die Einnahme von synthetischen Vitaminen und Mineralien aus der Chemiefabrik im besten Fall überflüssig und im schlechtesten Fall riskant oder gesundheitsschädlich.

In der Regel reicht die normale Ernährung

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Der Arbeitskreis Nahrungsergänzungsmittel des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. wies vor kurzem darauf hin, dass die Zufuhr an wichtigen Vitaminen und Mineralien bei Teilen der Bevölkerung in Deutschland unter den empfohlenen Aufnahmemengen liege. Dies gelte nicht nur für die Versorgung mit Vitamin D. Nach Angaben des BLL erreicht auch jeder Zweite nicht die Zufuhrempfehlungen für Vitamin E oder Calcium und jeder Dritte bis Vierte nicht die für Vitamin C und Eisen.

Klingt besorgniserregend. Doch keine Panik! Insgesamt ist die Versorgung mit den meisten Vitaminen und Mineralstoffen in Deutschland gut. In der Regel reicht die normale Ernährung völlig aus, um uns mit allem zu versorgen, was wir brauchen.

Viel hilft viel ist hier nicht die Devise

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Vorausgesetzt natürlich, wir ernähren uns gesund, das heißt abwechslungsreich mit viel Obst und Gemüse und mit wenig Fett, Salz und Zucker. Und rauchen sollten wir natürlich auch nicht und beim Alkohol Maß halten.

Dennoch sind viele Menschen verunsichert und haben Zweifel, ob sie wirklich ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen wie Magnesium, Calcium Eisen, Selen, Zink & Co versorgt sind. Und so greifen wir gerne prophylaktisch zu Multivitaminpillen, -pülverchen und -getränken. Motto: Kann ja nicht schaden. In vielen Fällen stimmt das auch. Schaden kann die zusätzliche Einnahme von synthetischen Vitaminen und Mineralien oft nicht. Sie nützt aber auch nichts. Es gilt hier nicht die Devise „viel hilft viel“.

Das meiste wird wieder ausgeschieden

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Das meiste, was wir an Nahrungsergänzungsmitteln zu uns nehmen, scheiden wir mit dem Urin wieder aus. Dennoch warnen Experten davor, die empfohlene Tagesmenge zu überschreiten. In der unten stehenden Tabelle (zum Vergrößern draufklicken) können Sie die Empfehlungen des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Bezug auf Nahrungsergänzungsmittel für Erwachsene nachlesen.

Grundsätzlich ist bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln Vorsicht geboten. Denn es gibt auch Vitamine und Mineralstoffe, die in zu hohen Dosen unserer Gesundheit schaden können. Das betrifft vor allem die fettlöslichen Vitamine A und D sowie einige Mineralstoffe (zum Beispiel Kupfer oder Eisen).

Achtung, Wechselwirkungen mit Medikamenten

Äußerst kritisch ist natürlich auch, dass Vitamine und Mineralstoffe die Wirkung von Medikamenten beeinflussen:

  • Vitamin E verstärkt die Wirkung von Gerinnungshemmern (zum Beispiel Marcumar).
  • Vitamin K schwächt die Wirkung von Gerinnungshemmern ab.
  • In hohen Dosen verstärkt Vitamin E die Insulinwirkung.
  • Vitamin D kann in Kombination mit Blutdrucksenkern (Thiazide) den Kalziumhaushalt stören.
  • Magnesium behindert die Aufnahme bestimmter Antibiotika (Tetracycline) im Darm.

Fazit

Nehmen Sie Nahrungsergänzungsmittel nicht nach Ihrem eigenen Ermessen ein. Sollten Sie den Eindruck haben, nicht ausreichend mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt zu sein, sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt und/oder Apotheker.

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