Montag, 24. Juni

Neues aus der Wissenschaft

Grüner Star: Curcumin-Augentropfen sollen helfen

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Kurkuma, Safranwurz, Gelbwurz, Gilbwurz oder Curcuma genannt, wird gerne in der Küche eingesetzt. Sein Inhaltsstoff Curcumin gilt als gesund, soll beispielsweise entzündungshemmend und gut fürs Gehirn sein. Der Haken: Es ist schwer löslich. Wissenschaftler des UCL Institute of Ophthalmology und Imperial College London haben jetzt trotzdem einen Weg gefunden, daraus Augentropfen zu entwickeln. So gelangt der Wirkstoff direkt an die Hinterseite des Auges und schützt die Zellen der Netzhaut. Damit, davon sind die Forscher überzeugt, haben sie einen vielversprechenden Weg zur Behandlung von grünem Star, Glaukom, gefunden.

Glaukomforschung: Zell-Verlust möglichst früh stoppen

Weltweit, so Schätzungen, sollen etwa 60 Millionen Menschen von der Augenerkrankung betroffen sein. Dabei verlieren Betroffene eine Art Neuronen, konkret die retinalen Ganglienzellen, die sich in der Nähe der Oberfläche der Netzhaut befinden. Deshalb legt die Glaukomforschung ein Hauptaugenmerk darauf, diesen Zell-Verlust möglichst früh zu stoppen. Dass eingenommenes Curcumin dabei helfen kann, die retinalen Ganglienzellen zu schützen, war den Wissenschaftlern bekannt. Nur lässt sich der Inhaltsstoff des Gewürzes schwer auflösen, sodass es schlecht in die Blutbahnen gelangt. Deshalb wäre eine große Menge an Tabletten nötig – bis zu 24 Stück pro Tag, die allerdings Magen- und Darm-Nebenwirkungen verursachen können.

„Augentropfen können Millionen von Menschen helfen“

Die Forscher um Professor Francesca Cordeiro entwickelten deshalb einen neuartigen Nanoträger, um viel höhere Mengen an Curcumin in Form von Tropfen direkt ans Auge zu transportieren. Nachdem die Laborversuche positiv ausfielen, will das Team die Curcumin-Tropfen jetzt an Menschen testen. „Curcumin ist ein Wirkstoff, der bei der Erkennung und Behandlung der Neurodegeneration* sehr vielversprechend ist. Dazu gehören zum Beispiel Glaukom und Alzheimer. Von daher kann die Verabreichung in Augentropfen Millionen von Menschen helfen“, erläutert Francesca Cordeiro. „Wenn wir länger leben, nehmen diese neurodegenerativen Krankheiten stetig zu. Wir sind überzeugt, dass unsere Ergebnisse einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, das Leben von Menschen zu unterstützen, die von diesen verheerenden Krankheiten betroffen sind.“ Die Forscher wollen als nächstes untersuchen, wie mithilfe von Kurkumin Alzheimer diagnostiziert werden kann.

Die Ergebnisse wurden im Scientific Report veröffentlicht.

*Dabei handelt es sich um eine Art Sammelbegriff für eine Reihe von Erkrankungen, die in erster Linie die Nervenzellen im menschlichen Gehirn betreffen.