Montag, 26. Februar

Ausgesprochen schmerzhaft, aber meist harmlos

Fragen und Antworten zur Mittelohrentzündung

©deagreez/ASDF/stock.adobe.com

Die Mittelohrentzündung, in der Fachsprache auch Otitis media genannt, ist eine typische Kinderkrankheit: Nach Angaben des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erkranken 80 Prozent der Kinder bis zum Alter von drei Jahren mindestens einmal daran. Aber auch Erwachsene sind vor der Erkrankung nicht gefeit.

Was ist eine Mittelohrentzündung?

„Eine Mittelohrentzündung kommt nicht alleine“, weiß der Arzt und Gesundheitsunternehmer Dr. Dr. Tobias Weigl aus Bonn. Vielmehr tritt die Erkrankung meist im Zusammenhang mit einer viralen oder bakteriellen Infektion auf. Dabei dringen Viren oder Bakterien in den Rachenraum ein und führen dazu, dass die Schleimhäute anschwellen. Diese Schwellung kann sich bis auf den Verbindungsgang zwischen Mittelohr und Rachen (Ohrtrompete oder Tube) sowie das Ohr ausbreiten. Das dort gebildete Sekret kann nicht mehr abfließen und staut sich im Mittelohr. Es kommt zur Entzündung.

Warum sind Kinder besonders häufig betroffen?

Da bei Säuglingen und Kindern die Ohrtrompete noch sehr kurz ist, haben Krankheitserreger ein leichtes Spiel, vom Nasen-Rachen-Raum in das Ohr zu gelangen und dort für eine Entzündung zu sorgen.

Wie äußert sich die Erkrankung?

Plötzlich einsetzende, stechende oder pulsierende Ohrenschmerzen, Fieber, Schwindel, Abgeschlagenheit und ein eingeschränktes Hörvermögen sind die klassischen Kennzeichen einer akuten Otitis media bei Erwachsenen. Bei Kindern und Säuglingen können die Symptome unspezifischer sein. Manchmal sind die kleinen Patienten nur auffallend weinerlich, schlafen unruhig, haben keinen Appetit oder klagen über Bauchschmerzen. Greift sich der Säugling oder das Kind häufig ans Ohr, kann das ein Warnsignal sein.

Wie wird eine Mittelohrentzündung behandelt?

Egal ob kleine oder große Patienten: Bei der akuten Otitis media steht in der Regel eine schnelle Schmerzlinderung im Mittelpunkt der Behandlung. Dabei kommen schmerz- und fiebersenkende Medikamente (z.B. Paracetamol, Ibuprofen) zum Einsatz. Abschwellende Nasentropfen erleichtern die Nasenatmung und verbessern die Durchlüftung des Mittelohres. Nach zwei bis drei Tagen heilt die Erkrankung meist von selbst ab und hat keine weiteren Folgen. Antibiotika helfen nur bei bakterieller Ursache und werden deshalb nur sparsam verordnet.

Wann muss ich zum Arzt?

„Die Mittelohrentzündung ist zwar oft eine harmlose (…) Erkrankung, dennoch sind – zum Glück seltene, aber dann oft langanhaltende – Folgeerkrankungen und Komplikationen möglich,“ so Dr. Dr. Weigl. So kann es beispielsweise bei häufigen Mittelohrentzündungen zu einer Vernarbung des Trommelfells und dadurch bedingten dauerhaften Hörschädigungen kommen. Insbesondere für Kinder ist das gefährlich, da ein eingeschränktes Hörvermögen unter anderem zu Entwicklungsverzögerungen führen kann. Es gilt: Egal ob jung oder alt – bei Verdacht auf eine Otitis media sollte der Krankheitsverlauf ärztlich kontrollier werden.

Wie kann man sich vor einer Mittelohrentzündung schützen?

Eine gesunde Ernährung und Bewegung an der frischen Luft stärken das Immunsystem. Kommt es doch einmal zu einer Erkältung, rät Dr. Dr. Weigl zur frühzeitigen Anwendung eines abschwellenden Nasensprays. Das IQWiG empfiehlt, Kindern seltener einen Schnuller zu geben und mahnt dazu, Kinder in einer rauchfreien Umgebung aufwachsen zu lassen, um das Risiko für Infektionen im Bereich der Atemwege und des Nasen- Rachen-Raums zu minimieren.

Mehr zum Thema

Sie wünschen sich noch weitere Tipps, zum Beispiel zu einem gesunden Start ins neue Jahr? Mehr lesen Sie in der Dezember-2023-Ausgabe von MEIN TAG®, dem Magazin exklusiv aus Ihrer Guten Tag Apotheke. Bei Bedarf lotst Sie der Apotheken-Finder zur richtigen Adresse ganz in Ihrer Nähe. Dort finden Sie auch kompetente Ansprechpartner zu allen Fragen rund um Ihr Wohlergehen.

Und wenn es ganz schnell gehen muss: medi now® – der Online-Shop für Ihre Medikamente. Ein sicherer Service Ihrer Guten Tag Apotheke. Und das bedeutet für Sie: 

  • Ganz unkompliziert die Arzneimittel-Verfügbarkeit prüfen
  • Direkt in Ihrer Nähe abholen
  • Oder bequem liefern lassen

Lesen Sie auch