Freitag, 05. Juni

Virtuelle Welten, reale Schmerzen

Entspannt umgehen mit Maus, Handy und Tablet

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Heute schon geklickt? PC, Smartphone oder Tablet erobern sich immer mehr Räume: Egal ob in der Bahn, im Café oder zuhause auf dem Sofa – die kleinen Helfer sind immer öfter mit von der Partie. Zu verlockend ist die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Informationen und Unterhaltung – doch Vorsicht: Klicken, Simsen & Surfen kann auch der Gesundheit schaden. Wie Sie sich vor Fehlhaltungen und den schmerzhaften Folgen schützen können, erklärt Ihnen ein erfahrener Orthopäde. Wer stundenlang mit gebeugtem Kopf und krummen Nacken auf seinen Rechner starrt, der riskiert eine „Tablet-Schulter“. Die ungünstige Körperhaltung hat auf Dauer nicht nur schmerzhafte Folgen für Kopf und Schultern. Auch Muskeln, Sehnen und Nerven können bei stark einseitiger Belastung beschädigt werden, wie eine Harvard-Studie belegte.

Schutz für die Schulter

„Sinnvoll ist es, alle 15 bis 20 Minuten eine kurze Pause am Tablet-PC einzulegen“, rät Professor Dr. Sven Ostermeier, Schulter-Spezialist der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Dabei empfiehlt er Strecken, Beugen sowie Schultern kreisen lassen. Mit einer praktischen Geräte-Halterung lässt sich eine angenehmere und weniger angespannte Arbeitsposition einnehmen, als wenn das Gerät auf Beinen oder Schoss platziert wird. Zusatztipp: Wer länger surft oder textet, sollte, falls möglich, lieber einen größeren PC mit Tastatur nutzen.

Maus-Arm bereitet Probleme

Wer stundenlang vor dem Computer sitzt, belastet nicht nur seinen Rücken: Auch der „Maus-Arm“ zählt inzwischen zu den typischen Folge-Erkrankungen. Betroffen sind sehr oft Sekretärinnen, leidenschaftliche Computerspieler und andere Dauer-Tipper: Mit kleinen, schnellen  Bewegungen steuern sie täglich stundenlang ihre PC-Maus und riskieren dadurch Entzündungen in Sehnen und Muskeln von Oberarm, Schulter und Nacken. Typische Symptome des RSI-Syndroms (Repetive Strain Injury Syndrom) sind Taubheitsgefühle, Schwellungen oder ein Ziehen oder Kribbeln in Hand oder Unterarm. „In seltenen Fällen kommt es zu einer eingeschränkten Bewegungsfähigkeit und gegebenenfalls sogar zu Lähmungen“, warnt Professor Ostermeier.

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Spezielle Hardware hilft

Ergonomie-Experten raten ergonomischen Tastaturen, „aufrechten“ Mäusen und Joysticks. Bei diesen vertikalen Geräten werden andere Muskeln aktiviert als bei der konventionellen Maus, was die natürliche Haltung der Hand fördert. Doch auch mit diesen Hilfsmitteln sollten regelmäßige Pausen eingelegt werden, am besten verbunden mit einer Dehnübung: Die Finger dabei zunächst ausstrecken und dann zu einer Faust ballen. Diese dann nach unten und nach oben beugen, anschließend die Finger strecken. Und noch ein bewährter Experten-Tipp: Je nachdem, ob Sie Rechts- oder Linkshänder sind, sollten Sie zur Entlastung möglichst oft versuchen, die Maus mit der anderen Hand zu steuern.

Auch am Smartphone lauern Gefahren

Auch intensive Smartphone- und Handy-Nutzer sind gefährdet: Wer intensiv Kurzmeldungen schreibt, riskiert den „Handy-Daumen“. Hier verspannen sich die Sehnen im Daumengelenk durch die einseitigen Bewegungen – nicht selten sind schmerzhafte Entzündungen die Folge. Experten raten, auch hier häufiger zu pausieren und bei auftretenden Schmerzen sofort zu unterbrechen. Wird durch einen Arzt eine Sehnenscheiden-Entzündung festgestellt, können stabilisierende Bandagen oder Stützverbände helfen. Am besten ist es jedoch, es durch häufige kurze Lockerungs- oder Dehnübungen gar nicht so weit kommen zu lassen. Wer viel tippt, sollte es beim Abfassen der Nachrichten ruhiger angehen lassen und vor allem hektische Drehbewegungen möglichst vermeiden, raten Experten.

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