Samstag, 28. November

Hygiene-Tipps

Corona: Warum Seife so wichtig ist

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Seife ist eine großartige Waffe gegen das Coronavirus SARS-CoV-2: Das twitterte Karen Fleming von der Johns Hopkins University in Baltimore. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) gehen davon aus, dass Seife für gesunde Menschen auch in der aktuellen Situation ausreichend sei. Doch warum eigentlich?

SARS-CoV-2 gehört zu den behüllten Viren

SARS-CoV-2 gehört den Experten nach zu den sogenannten behüllten Viren. Das bedeutet zum einen, dass sie gegenüber Umwelteinflüssen recht empfindlich sind. Zum anderen heißt es auch, dass Coronaviren stark auf fettlösende Substanzen wie Alkohole und Tenside reagieren, was unter anderem in Seifen und Geschirrspülmittel enthalten ist. Karen Fleming schreibt sogar, dass die äußere Virushülle dadurch aufgelöst wird. Das BfR sagt dazu: „Wenngleich für SARS-CoV-2 hierfür noch keine spezifischen Daten vorliegen, ist es hoch wahrscheinlich, dass durch diese Substanzen die Virusoberfläche beschädigt und das Virus inaktiviert wird.“

Die Viren besitzen eine Fetthülle

Dass Seife diese Wirkung auf die Viren hervorrufen kann, liegt an deren Aufbau. Sie bestehen im Wesentlichen aus ihrem Erbgut. Die genetischen Informationen sind durch eine Art Transportcontainer aus Eiweißmolekülen umhüllt, dem sogenannten Kapsid. Die wichtigste Funktion dieser Virushülle besteht darin, das Erbgut zu schützen. Denn anhand dessen werden in der Wirtszelle Virenreplikate hergestellt, die später noch mehr Zellen befallen sollen. Die Coronaviren haben neben der Eiweißhülle aber noch eine aus Fett, die sogenannte Lipidhülle. Und deshalb helfen fettlösliche Substanzen wie Seife. Gegen einige unbehüllte Viren wie Hepatitis-A- oder -E-, Noro- und Rotaviren ist wiederum voll viruzides Desinfektionsmittel notwendig.

Nach Händewaschen keine Influenzaviren mehr

Das Robert Koch-Institut fand übrigens bei einer Testreihe zu Influenzaviren heraus: Nach „20-sekündigen Händewaschen mit Seife konnte bei allen Probanden kein infektiöses Influenzavirus mehr nachgewiesen werden“. Die Teilnehmer haben übrigens zweimal Seife verwendet. Das bedeutet jetzt nicht, dass die beiden Virenarten vergleichbar sind. Der Test unterstreicht aber die Bedeutung des gründlichen Händewaschens.

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