Freitag, 05. Juni

Hygiene-Tipps

Regelmäßig richtig reinigen – Hände brauchen Aufmerksamkeit

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Von der Hand in den Mund – so gelangen Krankheitserreger am häufigsten in den Körper. Basis einer guten Gesamthygiene ist und bleibt das regelmäßige Händewaschen.

Leichte Übertragung

Dabei reicht der alte Merksatz „nach dem Klo und vor dem Essen“ streng genommen nicht mehr aus:  Ob beim Naseputzen, beim Toilettengang, beim Streicheln eines Tieres oder bei der Zubereitung von rohem Fleisch – die Hände kommen häufig mit Keimen in Kontakt und können diese auf alles übertragen, das anschließend angefasst wird. Beim Händeschütteln oder über gemeinsam benutzte Gegenstände können auch Krankheitserreger leicht von Hand zu Hand gelangen.

Übertragungsweg unterbrechen

Regelmäßiges und richtiges Händewaschen ist das A und O. Denn berührt man mit keimbelasteten Händen das Gesicht, können die Erreger über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen – die Reinigung der Hände unterbricht diesen Übertragungsweg. Dort, wo es – zum Beispiel unterwegs – keine Möglichkeit zum Waschen der Hände gibt, sollte zumindest darauf geachtet werden, Mund, Augen und Nase nicht zu berühren und Lebensmittel nicht mit der Hand zu essen.

Risiko minimieren

Die Wissenschaftler der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wissen (www.bzga.de): Viele Infektionskrankheiten wie Erkältungen, Grippe oder ansteckende Magen-Darm-Infekte werden über die Hände übertragen. Gründliches Händewaschen senkt nach Angaben der Gesundheits-Experten die Anzahl der Hand-Keime auf bis zu einem Tausendstel. Studien belegen, dass Händewaschen tatsächlich die Häufigkeit von Infektionskrankheiten senkt und dass sich durch das gründliche Waschen der Hände mit Wasser und Seife das Risiko von Durchfallerkrankungen fast halbiert.

Regelmäßig waschen

Dabei gilt: Hände sollten nicht nur gewaschen werden, wenn sie sichtbar schmutzig sind. Denn Krankheitserreger sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Die Gesundheitsprofis raten dazu, immer nach dem Nach-Hause-kommen, dem Besuch der Toilette, dem Wechseln von Windeln oder dem Kind nach dem Toilettengang bei der Reinigung geholfen wurde, dem Naseputzen, Husten oder Niesen, dem Kontakt mit Abfällen oder dem Kontakt mit Tieren, Tierfutter oder tierischem Abfall. Ergänzend sollte vor dem Essen, dem Umgang mit Medikamenten und Kosmetik auf Handhygiene geachtet werden. Vor und nach der Zubereitung von Speisen sowie öfter zwischendurch, besonders wenn rohes Fleisch verarbeitet wurde oder Kontakt mit Kranken bestand oder Wunden behandelt wurden.

Gründlich reinigen

Neben der Regelmäßigkeit kommt es auch auf das richtige Waschen an – und da machen die meisten Fehler: Experten zufolge reinigen 98 Prozent der Menschen ihre Hände entweder nicht regelmäßig oder nicht korrekt. Denn richtiges Reinigen erfordert Sorgfalt – dazu gehört beispielsweise ausreichend langes Einschäumen insbesondere der Handrücken, Daumen und Fingerspitzen dabei nicht vernachlässigen.

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Fünf Tipps fürs richtige Händewaschen

Die Gesundheits-Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfehlen gründliches Händewaschen in fünf Schritten:

  1. Die Hände zunächst unter fließendes Wasser halten und dabei eine angenehme Temperatur wählen. Die Wassertemperatur hat keinen Einfluss auf die Reduktion der Mikroorganismen. Daher sollte die individuell angenehme Wassertemperatur gewählt werden. Viel wichtiger sind die Dauer des Händewaschens und das Maß der Reibung beim Einseifen der Hände.
  2. Die Hände gründlich einseifen – die Innenflächen genauso wie den Handrücken, die Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und Daumen. Auch auch an die Fingernägel denken. Hygienischer als Seifenstücke sind Flüssigseifen, besonders in öffentlichen Waschräumen. Die Hände mit Seife zu waschen, ist deutlich wirksamer als nur mit Wasser, denn Waschsubstanzen lösen Schmutz und Mikroben von der Haut ab. Experten zufolge neigen Menschen dazu, bei Seifen-Verwendung die Hände gründlicher einzureiben und abzuwaschen als ohne, was zur zusätzlichen mechanischen Entfernung von Keimen führt. Auch befinden sich bestimmte Keime im natürlichen Fettfilm der Haut und lassen sich nur mit Wasser kaum entfernen.
  3. Wer gründlich wäscht, reinigt sauberer: Mindestens 20 Sekunden, besser 30 Sekunden sollte das Händewaschen dauern – als Faustregel hilft, zweimal das Happy-Birthday-Lied zu summen. Die gründliche Reinigung senkt die Keimzahl auf ein Tausendstel und weniger. Die optimale Dauer des Händewaschens hängt auch vom Ausmaß der Verschmutzung der Hände ab. Bei stark verschmutzen Händen ist oftmals auch das Einseifen und Waschen der Hände für eine Dauer von 20 Sekunden zu kurz und gilt daher nur als Richtwert für normal verschmutzte Hände in Alltagssituationen. Ist keine Seife vorhanden, wenigstens mit Wasser waschen: Untersuchungen zufolge ließ sich bereits durch das Händewaschen nur mit sauberem Wasser beispielsweise die Häufigkeit von Durchfallerkrankungen senken. Bisher gibt es laut den Gesundheitsexperten keine Studien, die einen Zusatznutzen bei der Verwendung von antibakteriellen Seifen belegen – mit Ausnahme der in Gesundheitsberufen Beschäftigten.
  4. Danach die Hände unter fließendem Wasser abspülen. Bei öffentlichen Toiletten sollte zum Schließen des Wasserhahns ein Einweghandtuch oder der Ellenbogen verwendet werden, um eine erneute Keimbelastung zu vermeiden.
  5. Abschließend die Hände sorgfältig abtrocknen und dabei auch an die Fingerzwischenräume denken. In öffentlichen Toiletten eignen sich hierfür am besten Einmalhandtücher. Zu Hause sollte jeder sein persönliches Handtuch benutzen. Warum das richtige Abtrocknen so wichtig ist wie das Waschen selbst, liegt auf der Hand: In einer feuchten Umgebung können sich Mikroorganismen besser halten und vermehren. Auch mit Händetrocknern lassen sich die Feuchtigkeit und durch das Händewaschen von der Haut abgelöste Mikroorganismen entfernen. Während ältere Händetrockner nur relativ langsam die Hände trocknen, lassen sich mit modernen Geräten die Hände in zehn bis 15 Sekunden trocknen. Beim Vergleich der verschiedenen Methoden, die Hände zu trocknen, sprechen Experten zufolge die meisten Untersuchungsergebnisse dafür, dass sich mit Einmalhandtüchern die Hände effektiv trocknen und Bakterien wirksam entfernen lassen. Darüber hinaus wird auf diese Weise der Waschraum am wenigsten mit Keimen belastet.

Vorsicht geboten

Die Gesundheits-Experten warnen davor, durch vor allem zu hohe Wassertemperaturen oder mit scharfen Reinigungsmitteln die Haut zu strapazieren: Der schützende Säureschutzmantel und natürliche Hautfette, die die oberste Hornschicht der Haut widerstandsfähig halten, können auf diese Weise ausgewaschen werden – mit der Folge, dass die Haut austrocknen kann und Irritationen möglich sind. Tipp: Zum Händewaschen milde, pH-neutrale Waschsubstanzen verwenden, die es zum Beispiel in Apotheken und Drogerien gibt. Das Eincremen der Hände mit einer feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Hautpflege unterstützt die Regeneration der Haut: Bei Bedarf sollten strapazierte Hände nach dem Waschen oder zwischendurch eingecremt werden.

Desinfektion nur in Ausnahmefällen

Händedesinfektion ist im privaten Umfeld nach Auffassung von Experten im Allgemeinen nicht erforderlich. Für sichtbar schmutzige Hände sind Desinfektionsmittel ohnehin nicht geeignet. Bei erhöhtem Infektionsrisiko kann es sinnvoll sein, nach dem Händewaschen die Hände zu desinfizieren. Beispielsweise, wenn Familienmitglieder an Salmonellen-Infektionen erkrankt sind, multiresistenten Erreger festgestellt wurden oder an hochansteckenden Erkrankungen wie Grippe oder Norovirus-Infektionen leiden. Auch wenn abwehrgeschwächte Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko im Haushalt leben oder pflegebedürftige Angehörige versorgt werden, kann eine Händedesinfektion in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Bei einem Besuch im Krankenhaus sollten beim Betreten und Verlassen der Krankenstation die Hände ebenfalls desinfiziert werden.

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Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist mit ihrer Internetseite www.infektionsschutz.de eine gute Adresse für seriöse und fachlich fundierte Informationen rund um das Thema Hygiene.