Donnerstag, 26. Januar

Tipps gegen Wetterfühligkeit

Wenn das Wetter krank macht

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Der schnelle Wechsel von Sonne und Regen, der Mix aus warm und kalt – er gehört zum Frühling, das typische April-Wetter eben. Für manchen sind die Wetterkapriolen auch physisch belastend: Genaue Zahlen zur sogenannten Wetterfühligkeit gibt es nicht, schätzungsweise jeder zweite Deutsche kämpft mit entsprechenden Beschwerden. Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte der DKV Deutsche Krankenversicherung, gibt Tipps, wie Wetterfühlige gegensteuern können.

Körper braucht Zeit

Jeder Mensch reagiert auf das Wetter. Wer jedoch wetterfühlig ist, für den bedeutet ein Wetterwechsel Unwohlsein und im schlimmsten Fall sogar gesundheitliche Probleme. „Schlägt das Wetter um, verändern sich Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Daran muss sich der Körper erst gewöhnen“, so Dr. Wolfgang Reuter. „Bei manchen geht diese Umstellung schnell, anderen setzen Wetterumschwünge stärker zu.“ Diese Menschen gelten als wetterfühlig, sie reagieren auf wechselhaftes Wetter mit körperlichen Beschwerden.

Symptome und Anzeichen

Anzeichen für Wetterfühligkeit sind unter anderem Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Kreislaufprobleme oder Schlafstörungen, die während oder kurz nach einem Wetterwechsel eintreten. In schlimmeren Fällen können sogar Migräneattacken oder Schmerzen in Knochen, Gelenken und Narben auftreten. „Begleiterscheinungen sind häufig auch eine gereizte Stimmung oder Antriebslosigkeit“, erläutert der Gesundheitsexperte.

Frauen häufiger betroffen

„Frauen sind häufiger wetterfühlig als Männer. Das liegt daran, dass Frauen öfter mit Kreislaufproblemen oder einem niedrigen Blutdruck zu kämpfen haben“, so Reuter. Frauen in der Menopause sind besonders anfällig. Ebenfalls häufiger betroffen sind ältere Menschen. Aber auch wer beispielsweise an Asthma oder Rheuma erkrankt ist, kann durch einen Wetterumschwung verstärkte Symptome wie Atembeschwerden oder Gelenkschmerzen entwickeln.

Abhilfe möglich

Wer wetterfühlig ist, muss sich jedoch nicht damit abfinden – die Symptome lassen sich lindern. „Viel Bewegung an der frischen Luft ist das A und O“, so Reuter. „Und zwar nicht nur bei Sonnenschein, sondern auch bei schlechtem Wetter. Das stärkt den Kreislauf und härtet ab. Geeignet ist Ausdauertraining wie Walken, Wandern oder Radfahren. Aber auch ein täglicher Spaziergang von etwa 30 bis 45 Minuten hilft. Ebenfalls empfehlenswert sind Kneippbäder, Wechselduschen oder Saunagänge.

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Gesunde Ernährung

Der Gesundheitsexperte rät außerdem, dass Wetterfühlige auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig Fleisch achten sollten. Auf Genussmittel wie Alkohol, Tabak und Kaffee sollte besser verzichtet werden. Auch ausreichend Schlaf ist wichtig – mindestens sieben Stunden pro Tag. Wer das nicht schafft, sollte zumindest versuchen, jeden Abend um dieselbe Zeit ins Bett zu gehen, weil auch ein regelmäßiger Schlafrhythmus helfen kann. Wer bereits unter den ersten Symptomen leidet, dem können Hausmittel Linderung verschaffen: Melissen- oder grüner Tee, aber auch Aufgüsse, Tropfen und Dragees auf Basis von Kräutern wie Baldrian, Johanniskraut und Hopfen lindern die Beschwerden.

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