Samstag, 27. November

Männergesundheit

Wenn der Testosteronspiegel sinkt

©Jacob Lund/stock.adobe.com

Testosteron wird als DAS Männerhormon betrachtet. Ein hoher Testosteronspiegel ist ja besonders bei Machos und Kraftsportlern beliebt, doch auch beim „Normalo“ erfüllt das männliche Sexualhormon viele Aufgaben im Körper, die wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden sind.

Testosteron – das Hormon der Männer?

Testosteron gilt als das männliche Geschlechtshormon schlechthin. Allerdings verfügt auch der weibliche Organismus über Testosteron. Sportinteressierte Leser wissen zum Beispiel, dass immer wieder Frauen vor allem in der Leichtathletik in der Diskussion stehen, die einen zu hohen natürlichen (also nicht auf Medikamenten basierenden) Testosteronwert haben, was nach Ansicht der Konkurrentinnen höhere Leistungen ermöglicht und dadurch zu Wettbewerbsverzerrung führt. Im Normalfall jedoch produzieren Männer deutlich mehr Testosteron als Frauen. Aber: Ab der Lebensmitte nimmt der Testosteronspiegel beim Mann kontinuierlich ab, etwa um ein bis zwei Prozent pro Jahr. Grundsätzlich ist das kein Problem und auch nicht mit gesundheitlichen Nachteilen verbunden. Kritisch und behandlungsbedürftig ist lediglich ein ausgewiesener und medizinisch diagnostizierter Testosteronmangel.

Sinkender Testosteronspiegel hat verschiedene Gründe

Etwa jeder fünfte Mann um die 60 ist von diesem sogenannten Hypogonadismus betroffen. Besonders häufig tritt er bei Männern mit Übergewicht und insgesamt schlechtem Gesundheitszustand auf. Sinkende Testosteronspiegel können dabei ganz unterschiedliche Gründe haben. „Das Absinken ist weniger mit dem Alter assoziiert als mit erworbenen Risikofaktoren wie etwa Dauerstress, Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Diabetes“, erklärt Dr. Uwe Höller, Facharzt für Innere Medizin mit den Spezialgebieten Präventive Medizin und Männergesundheit aus Bergisch Gladbach. Die Symptome für einen Testosteronmangel sind unter anderem Libidoverlust (geringe sexuelle Lust), Erektionsstörungen, Antriebslosigkeit, abnehmende Muskelmasse und Muskelkraft, erhöhtes Körperfett, starkes Schwitzen und Hitzewallungen sowie verminderte Vitalität und depressive Verstimmung.

Diagnose: Sinkender Testosteronspiegel – was tun?

Experten raten Männern mit diesen Symptomen, bei ihrem Hausarzt oder beim Urologen den Testosteronspiegel feststellen zu lassen. Das geschieht durch eine Blutanalyse. Wird dabei ein Hypogonadismus festgestellt, kann dieses Defizit mit einer Testosteronersatztherapie ausgeglichen werden. Zur Behandlung werden Tabletten, Pflaster, Depotspritzen oder Testosteron-Gele zum Auftragen auf die Haut eingesetzt, wobei mit Gel individueller und feiner dosiert werden kann. Die empfohlene Anwendungsdauer für Testosteron-Gels liegt bei neun bis 24 Monaten. Die Mindestdauer von neun Monaten liegt darin begründet, dass die volle Wirkung erst nach dieser Zeitspanne eintritt. Laut Prof. Dr. Frank Sommer, Urologe, Androloge, Sportmediziner und weltweit einziger Universitätsprofessor für Männergesundheit aus Hamburg, ist bei entsprechenden Krankheitsbildern sogar eine lebenslange Zuführung möglich. Diese lindere nicht nur die körperlichen Symptome: „Studien konnten zeigen, dass durch einen Testosteronmangel hervorgerufene depressive Verstimmungen sich unter einer hormonellen Therapie bessern.“
Allerdings: Viele Ärzte haben Bedenken gegenüber der Testosteronersatztherapie. Sie betrachten die Behandlung unter anderem deshalb als riskant, weil Testosteron das Wachstum von Tumoren in der Prostata fördern kann. Ob Testosteron auch die Neuentstehung von Prostatakrebs begünstigt, ist noch nicht abschließend geklärt.

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